Gewitter und Starkregen:Unwetter hält Feuerwehren in Atem

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Gewitter und Starkregen: Das Unwetter hat auch im Kustermannpark in Tutzing deutliche Spuren hinterlassen.

Das Unwetter hat auch im Kustermannpark in Tutzing deutliche Spuren hinterlassen.

(Foto: Nila Thiel)

Die schweren Gewitter und Regengüsse entwurzeln im Landkreis Starnberg zahlreiche Bäume und führen zu Überschwemmungen.

Von Christian Deussing

Wegen schwerer Gewitter, starken Windböen und heftigen Regengüssen sind am Montagabend im Fünfseenland mindestens 40 Mal die Feuerwehren ausgerückt, um die Unwetterschäden zu beseitigen. Der erste Einsatz war kurz nach 22 Uhr in Machtlfing: Dort war ein Baum in die Stromleitung gekracht und hat dabei auch ein Haus beschädigt. Dies habe auch einen Stromausfall in Machtlfing zur Folge gehabt, berichtet Anton Graf, Sprecher der Kreisbrandinspektion Starnberg. Außerdem seien die Feuerwehren Bachhausen, Berg, Höhenrain, Kempfenhausen, Feldafing, Tutzing, Herrsching, Breitbrunn und Pöcking sowie die Wehren in Maising, Oberalting, Steinebach, Starnberg und Söcking zu Einsätzen alarmiert worden. Es mussten Äste und umgestürzte Bäume beseitigt und vollgelaufene Keller ausgepumpt werden. Überschwemmt wurden Straßen, zudem Autos und Gebäude beschädigt, berichtet die Kreisbrandinspektion weiter.

Bei der Berger Feuerwehr ging gegen 22.10 Uhr ein Brandmeldealarm ein: Sie war zum Hotel Leoni gerufen worden und musste auf dem Weg dorthin in der Assenbucher Straße erst noch abgebrochene Äste von der Fahrbahn räumen. Dort habe man auch eine denkmalgeschützte Villa mit einer Plane absichern müssen, sagt der Berger Kommandant Bastian Sandbichler. Wegen des Gewittersturms wurden unter anderem die Staatsstraße zwischen Höhenrain und Münsing und auch zwischen Aufhausen und Höhenrain gesperrt; zwei RVO-Busse mussten deshalb ihre Fahrt für einige Zeit unterbrechen.

Aufgrund der Unwetterschäden sind der Lenné-Park Feldafing und die Roseninsel am Dienstag für den Besucherverkehr gesperrt worden. Auch der Fährverkehr zur Insel sei eingestellt worden, teilt die Bayerische Schlösserverwaltung mit, die derzeit das Ausmaß der Sturmschäden erfasst. Roseninsel und Park sollen nun vor weiteren Gewitterschäden gesichert werden.

Gefordert waren am späten Abend auch die Rettungskräfte auf dem Starnberger See: So sei ein Segler von Angehörigen vermisst worden, der trotz sehr widriger Sichtverhältnisse relativ schnell auf dem See zwischen Seeseiten und Ambach von der Wasserwacht und Rettungstauchern der DLRG Pöcking-Starnberg auf seinem Boot aufgefunden und auf eigenen Wunsch an eine Boje geschleppt worden sei. Danach hätten die Einsatzkräfte noch eine gekenterte Jolle ohne Besatzung entdeckt, die im Schlammboden stecken geblieben sei, so Walter Kohlenz von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft.

Auch auf der Garmischer Autobahn (A 95) führte das Gewitter zu Behinderungen im Verkehr. Denn in Richtung Süden waren vier entwurzelte Bäume zwischen Schäftlarn und Wolfratshausen auf die Fahrbahn gefallen und ragten teilweise bis zur Mittelleitplanke, berichtet die Autobahnpolizei. Fast eine halbe Stunde war dieser Bereich der A 95 gesperrt, weil die Bäume zersägt und beseitigt werden mussten. In der Gegenrichtung verstopften Laub, Zweige und Dreck die Gullys. Die linke Spur war überschwemmt, das Wasser stand bis zu 30 Zentimeter hoch. Es habe laut Polizei aber nur einen kleinen Unfall ohne Verletzte gegeben. Im Einsatz waren auf diesem Abschnitt der A 95 insgesamt 62 Feuerwehrleute und die Autobahnmeisterei.

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