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Zwischen Starnberg und Gauting:So kommen Pendler durch fünf Wochen S-Bahn-Sperre

Schneller Gleiswechsel

Mit riesigen Maschinen wie dem "Schnellumbauzug Sum 315" erneuert die Bahn Gleise. Von Mittwoch an tauscht der Konzern auf den 18 Kilometern zwischen Gauting und Starnberg 29 700 Schwellen, 23 200 Tonnen Schotter und 4000 Tonnen Boden aus.

(Foto: Christian Bedeschinski/Deutsche Bahn AG)

Von Mittwoch an erneuert die Bahn die Gleise auf der S6. Die Fahrt dauert mit Ersatzbussen eine halbe Stunde länger. Einschränkungen gibt es auch bei den Regionalzügen.

Von Carolin Fries

Zugfahrer zwischen Gauting und Tutzing brauchen die kommenden fünf Wochen Zeit und gute Nerven. Denn die Bahn lässt von Mittwoch an zwischen Gauting und Starnberg die Gleise austauschen, weshalb auf dieser Strecke bis zum 10. November keine S-Bahn mehr fährt. Busse stehen für den Schienenersatzverkehr bereit. "Pendler sollten mindestens 20 Minuten mehr Zeit einkalkulieren", empfiehlt eine Bahnsprecherin. Zudem lohne es sich, seine Fahrt gut zu planen.

Bereits seit Montag laufen die Vorbereitungen der Baustelle, weshalb die S 6 abends und nachts zwischen Gauting und Tutzing nur noch im 40-Minuten-Takt fährt. Von Mittwochmorgen an wird der Weg mit dem ÖPNV in die Innenstadt dann "mühsam", wie die Bahnsprecherin ehrlich einräumt. Von Tutzing aus fahren die Züge von fünf Uhr morgens an nur mehr einmal in der Stunde bis nach Starnberg (5.10 Uhr und dann immer 14 Minuten nach der vollen Stunde).

Laute Baustelle

Wie alt die Gleise zwischen Gauting und Tutzing sind, weiß die Bahnsprecherin nicht. Aber: "Nach einer gewissen Zeit müssen sie routinemäßig ausgetauscht werden." Im Frühjahr erfolgte der Austausch auf dem Streckenabschnitt zwischen Tutzing und Starnberg, nun sind die knapp 18 Kilometer zwischen Gauting und Starnberg an der Reihe. 29 700 Schwellen, 23 200 Tonnen Schotter und 4000 Tonnen Boden sollen ausgetauscht werden, die Bahn beziffert die Kosten auf 13 Millionen Euro. Für die Pendler bedeuten die Bauarbeiten Einschränkungen, doch auch die Anwohner zwischen Gauting und Starnberg bekommen die Baustelle zu spüren. Denn die Arbeiter werden mit einem Warnsystem akustisch alarmiert, bevor ein Zug den Abschnitt passiert. "Das ist schon laut", sagt die Bahnsprecherin, das Warnsignal müsse schließlich trotz Baulärm gut hörbar sein. Ob die Züge und S-Bahnen auf neuen Gleisen spürbar besser fahren? Davon geht die Bahn aus. "Ziel ist es, dass die Fahrten sowohl von den Fahrgästen als auch von den Anliegern leiser wahrgenommen werden." frie

In Starnberg muss in den Bus umgestiegen werden, der eine knappe halbe Stunde bis nach Gauting fährt, wo wiederum sieben Minuten später die S-Bahn in Richtung München abfährt. Eine Stunde und acht Minuten ist unterwegs, wer auf diesem Weg von Starnberg zum Marienplatz nach München fährt. Gewöhnlich braucht die S-Bahn für diese Strecke 38 Minuten. Zusätzlich fahren zweimal in der Stunde Regionalzüge über Tutzing bis nach Starnberg. Einer rauscht in zehn Minuten bis nach Starnberg durch, der andere hält wie die S-Bahn auch in Possenhofen und Feldafing. Wegen der zusätzlichen Stopps kommt es auf der Strecke der Werdenfelsbahn zu längeren Fahrtzeiten.

In die entgegengesetzte Richtung nach Tutzing ist es ähnlich. Werktags fährt morgens noch um 5.06 Uhr sowie um 5.42 Uhr (diese auch am Wochenende) eine Regionalbahn von Starnberg Nord in Richtung Tutzing, dann geht zwischen Gauting und Starnberg nichts mehr. Alle S-Bahnen enden in Gauting, fünf Minuten später fährt der Bus los in Richtung Starnberg, wo wiederum in die S-Bahn nach Tutzing umgestiegen werden kann. Die S-Bahnen von Starnberg nach Tutzing fahren jede Stunde um 35 Minuten nach der vollen Stunde. Zusätzlich halten zweimal in der Stunde Regionalbahnen, jede zweite fährt ohne Halt bis nach Tutzing durch.

Lediglich von Freitag, 23. Oktober, bis Montag, 26. Oktober, werden die Bauarbeiten ausgesetzt und die Bahnen fahren im Landkreis nach Plan - dafür ist an diesem Wochenende die Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof gesperrt. Von 10. November an fahren die Bahnen wieder nach Plan, bis 15. November abends zwischen Gauting und Tutzing allerdings nur im 40-Minuten-Takt.

Für die Schulkinder hat die Bahn einen Schulbus eingerichtet, der morgens um 7 Uhr in Starnberg und sieben Minuten später am Bahnhof Nord zum Gautinger Schulcampus fährt, wo er um 7.35 Uhr ankommt. Wer diesen verpasst: Um 7.15 Uhr fährt noch ein zweiter Bus in Starnberg los. Zurück in Richtung Starnberg fährt nur ein Bus um 13.10 Uhr am Schulcampus, der um 13.38 in Starnberg Nord und um 13.45 Uhr in Starnberg am Bahnhof ankommt.

© SZ vom 06.10.2020
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