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Ein Jahr Coronavirus im Landkreis Starnberg:Von der ersten Infektion zur ersten Spritze

Im März wird der Landkreis jenseits von Webasto erfasst. An diesem Dienstag nimmt das Impfzentrum den Betrieb auf - eine Chronologie der Ereignisse.

Ruth Owczarek ist die erste, die in Gauting geimpft wird. Mit dabei: ist Landrat Stefan Frey.

(Foto: Landratsamt)

19. Januar 2020: Eine Webasto-Mitarbeiterin aus Shanghai landet in München.

20. bis 22. Januar: In der Stockdorfer Firmenzentrale finden Besprechungen mit der Chinesin statt, die keine Krankheitssymptome spürt. Die Müdigkeit führt sie auf den Jetlag zurück. Am späten Abend des 22. Januar fliegt sie zurück nach China.

23./24. Januar: Nach ihrer Rückkehr fühlt sich die Mitarbeiterin krank und bekommt Fieber.

25. Januar: Sie geht zum Arzt, lässt sich auf das Coronavirus testen und begibt sich im Krankenhaus in Quarantäne.

26. Januar: Der Corona-Test der Mitarbeiterin ist positiv. Sie informiert die Zentrale in Deutschland.

27. Januar: Das Unternehmen informiert Gesundheitsamt und Mitarbeiter über die Infektion. Abends wird bekannt, dass auch ein deutscher Mitarbeiter des Unternehmens infiziert ist - der erste Fall in Deutschland.

28. Januar: Abends liegen drei weitere positive Ergebnisse von Mitarbeitern in Stockdorf vor. Webasto schließt die Firmenzentrale.

29. Januar: Zwei Kollegen, ein deutscher und ein chinesischer, werden positiv auf das Coronavirus getestet.

31. Januar: Erstmals steckt sich ein Angehöriger an: Das Kind eines Infizierten trägt das Virus in sich.

6./7. Februar: Zwei Ehefrauen von infizierten Mitarbeitern werden positiv getestet.

12. Februar: Webasto öffnet die Zentrale wieder.

12. Februar: Der erste deutsche Webasto- Mitarbeiter wird aus dem Klinikum Schwabing entlassen.

27. Februar: Der letzte der insgesamt neun Webasto-Mitarbeiter darf die Klinik verlassen.

1. März: Erstmals wird eine Person aus dem Landkreis ohne Verbindung zu Webasto positiv auf das Virus getestet.

20. März: In der Gautinger Lungenklinik stirbt ein 96-jähriger infizierter Patient. Die Zahl der Infizierten im Landkreis seit Pandemiebeginn liegt bei 100. Bayern geht in den ersten Lockdown.

30. Juni: Bei einem Catering-Unternehmen in Gilching bricht das Coronavirus aus, fast die Hälfte der etwa 100 Mitarbeiter infiziert sich.

20. Oktober: Die Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt den Wert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern - die Corona-Ampel schaltet auf rot. Am Kloster Andechs und an den Bahnhöfen gilt Maskenpflicht, an den Seepromenaden Alkoholverbot. Nach den verschärften Regeln des Freistaats müssen auch Grundschüler im Unterricht Mund-Nasen-Schutz tragen.

2. November: Die Inzidenz erreicht nach vielen neuen Fällen den Wert 100, die Ampel schaltet auf dunkelrot. Bayern geht in den Teil-Lockdown.

Die Verteilung in den Gemeinden seit Pandemiebeginn

Andechs: 84 (Fälle gesamt); 22,3 (Fälle pro 1000 Einw.)

Berg: 144 (Fälle gesamt); 17,3 (Fälle pro 1000 Einw.)

Feldafing: 143 (Fälle gesamt); 33,9 (Fälle pro 1000 Einw.)

Gauting: 515 (Fälle gesamt); 24,8 (Fälle pro 1000 Einw.)

Gilching: 457 (Fälle gesamt); 23,9 (Fälle pro 1000 Einw.)

Herrsching: 284 (Fälle gesamt); 26,4 (Fälle pro 1000 Einw.)

Inning: 118 (Fälle gesamt); 24,5 (Fälle pro 1000 Einw.)

Krailling: 206 (Fälle gesamt); 26,0 (Fälle pro 1000 Einw.)

Pöcking: 117 (Fälle gesamt); 21,0 (Fälle pro 1000 Einw.)

Seefeld: 247 (Fälle gesamt); 32,9 (Fälle pro 1000 Einw.)

Starnberg: 706 (Fälle gesamt); 30,2 (Fälle pro 1000 Einw.)

Tutzing: 203 (Fälle gesamt); 20,5 (Fälle pro 1000 Einw.)

Weßling: 114 (Fälle gesamt); 20,7 (Fälle pro 1000 Einw.)

Wörthsee: 91 (Fälle gesamt); 18,4 (Fälle pro 1000 Einw.)

Summe: 3429 (Fälle gesamt); 25,1 (Fälle pro 1000 Einw.)

Quelle: Landratsamt

23. Dezember: Der Landkreis richtet das Impfzentrum auf dem Gelände der Asklepios-Klinik in Gauting ein.

27. Dezember: Die ersten Bewohner von Altenheimen werden geimpft. Mobile Teams besuchen die Einrichtungen.

26. Januar 2021: Die ersten 42 über 80-Jährigen erhalten im Impfzentrum ihre erste Spritze. Bis zum Wochenende sollen laut Landratsamt 126 Senioren geimpft werden, angemeldet haben sich mehr als 22 700. Termine würden nach Priorität und Zufall durch den Computer vergeben. Landrat Stefan Frey bittet um Geduld, die Ursache liege in der knappen Zuteilung des Impfstoffs. Bislang sind etwa 2300 Bewohner von Altenheimen und Klinikmitarbeiter geimpft.

© SZ vom 27.01.2021 / frie
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