Kraillinger kauft ehemaligen Gasthof Obermühlthal"Ein wunderschönes Objekt"

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Investor Till von Geldern-Crispendorf vertreibt auch Popcorn, vor sieben Jahren gründete er eine Firma im Allgäu.
Investor Till von Geldern-Crispendorf vertreibt auch Popcorn, vor sieben Jahren gründete er eine Firma im Allgäu. Stephan Rumpf

Investor will das geplante Nutzungskonzept aber noch nicht verraten, weil noch Gespräche mit den Behörden notwendig seien. Nur eines steht schon jetzt fest: Eine Gaststätte wird es nicht.

Von Christian Deussing, Starnberg

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Der Gasthof Obermühlthal, der seit zwölf Jahren leer steht, hat einen neuen Eigentümer: Es ist die "Mühltal 130 Immobilien GmbH" mit Sitz in Gräfelfing, Geschäftsführer ist Till von Geldern-Crispendorf aus Krailling. Die Gesellschaft wurde eigens für den Erwerb des fast 9600 Quadratmeter großen Areals mit dem historischen Gebäude gegründet. Bereits vor sechs Monaten hatte die Firma im Bieterwettbewerb des vorherigen Eigentümers - dem Würmtal-Zweckverband - den Zuschlag erhalten. Nachdem der Käufer im Grundbuch eingetragen sei, könne man nun den neuen Eigentümer nennen, erklärte am Montag der Kraillinger Bürgermeister Rudolf Haux in seiner Funktion als Zweckverband-Vorsitzender.

In dem langwierigen Verfahren hatte der Investor mit seinem Nutzungskonzept und dem Kaufpreisangebot die interne Verbandsversammlung offenkundig überzeugt. "Wir sind sehr froh, dass wir das wunderschöne Objekt erwerben konnten, an dem mein Herzblut hängt", sagte von Geldern-Crispendorf. Es sei aber noch nicht möglich, das geplante Nutzungskonzept mit verschiedenen Optionen für das Gelände neben den Bahngleisen im Obermühlthal zu präsentieren. Denn um sicher planen zu können, seien noch Informationen seitens der Behörden notwendig, betonte der Investor, der sich nicht zum Kaufpreis äußern will. Die Planungshoheit obliegt der Stadt Starnberg.

Der Investor sieht keine Chance für einen neuen Gasthof

Ein Versprechen gibt der 60-jährige Jurist und Unternehmer für den um 1890 erbauten früheren Gasthof mit Biergarten, der aber nicht unter Denkmalschutz steht: "Das Gebäude wird nicht abgerissen." Gleichwohl macht Geldern-Crispendorf klar, dass er keine Chancen sehe, das Wirtshaus wieder zu beleben: Angesichts der Probleme in der Gastronomie mit dem Personalmangel sei dies unrealistisch, betont er. Sein Unternehmen gibt unter anderem als Zweck an, eigenes Vermögen zu verwalten. Mit im Boot sind die Gesellschafter Robert Ackermann aus Türkheim, die Mounteffe GmbH in Berlin sowie die Immobilienfirma V4 Gobal in Gräfelfing, als deren Geschäftsführer Geldern-Cristendorf ebenfalls fungiert.

Geldern-Crispendorf ist umtriebig: Er besaß eine Medienfirma, brachte ein Autopfandleihhaus an die Börse und kaufte Patente in der Medizintechnik. Vor sieben Jahren gründete er die Firma "Popcorn Affairs" in Wiedergeltingen (Unterallgäu) und bietet seither zum Beispiel in Münchner Kinos buntes Popcorn mit Wasabi-, Apfel- oder Himbeergeschmack an. Keine Frage: Der Mann ist kreativ und hat viele Ideen.

Der Würmtal-Zweckverband hat auch für das denkmalgeschützte Haus "Zum Kapeller" im Mühltal einen Käufer gefunden. Weiterhin unklar ist dagegen, was mit dem Mühlen-Ensemble inklusive Wasserkraftwerk im unteren Mühltal geschieht. Um das Objekt bewirbt sich schon seit Jahren auch die Starnberger Rösterei "Wiener's": Inhaber Franz Kaiser will die Gebäude vor dem Verfall retten und ein Museumscafé eröffnen.

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