Seit sechs Monaten steht der ehemalige Ausflugsgasthof Obermühlthal bei Starnberg zum Verkauf. Vor einem Jahr, im Frühjahr 2022, hatte ein Kraillinger Unternehmer im Bieterverfahren das Anwesen vom Würmtal- Zweckverband (WZV) erworben - dem Vernehmen nach soll der Kaufpreis bei rund 1,2 Millionen Euro gelegen haben.
Doch ein Jahr später schaltete der neue Eigentümer, dessen Nutzungspläne sich geändert hatten, den Starnberger Makler Oliver Herbst ein, um das rund 9600 Quadratmeter große Areal im oberen Mühlthal wieder zu verkaufen. Es hätten sich seither etwa hundert Interessenten gemeldet, darunter viele aus der Event-Gastronomie und aus der Region, sagt Herbst nun auf Anfrage der SZ.

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Das sei erfreulich, berichtet der Spezialist für exklusive Immobilien, der das Anwesen in naturnaher Umgebung als "magischen Ort mit enormem Entwicklungspotenzial" anpreist - auf einer Verhandlungsbasis zwischen 2,8 und 3,8 Millionen Euro. Es habe in dem weitgehend leer stehenden Wirtshaus schon mehr als 20 Besichtigungen gegeben. Herbst spricht derzeit von "einem Dutzend ernsthaften Interessenten", doch dieser Kreis könne sich durchaus noch erweitern.
Zu den Bewerbern gehörten unter anderem ein Deutsch-Amerikaner aus der Event-Gastronomie und andere Unternehmer aus der Branche. Interessant sei auch der Plan einer Käufergemeinschaft um einen Architekten, der ein Restaurant im Erdgeschoss mit Tagungs- und Büroräumen im Obergeschoss vorschwebe. Das Gebäude mit der Nutzfläche von rund 600 Quadratmetern inklusive des Biergartens sei zudem für Veranstaltungen, Hochzeiten und größere Geburtstagsfeiern geeignet, so Herbst.
Allerdings ist der um 1890 erbaute Gasthof Obermühlthal, der seit 13 Jahren nicht mehr genutzt wird, renovierungsbedürftig. Ein neuer Eigentümer müsste einplanen, mindestens 300 000 Euro für die notwendige Sanierung zu investieren. Das Anwesen stehe zwar nicht unter Denkmalschutz, doch es befinde sich im Außenbereich und es seien entsprechende baurechtliche Vorgaben zu beachten, erläutert Herbst.

Eine Gastronomie mit Events kann sich der Makler gut vorstellen. Denn gern erinnert sich der 55-Jährige an die Zeiten, als der Traditionsgasthof noch florierte und oft ein sonntägliches Jazz-Frühschoppen im Biergarten zahlreiche Gäste aus München und der Umgebung anlockte. Nun hofft Herbst, dass sich in dieser Richtung wieder etwas tun könnte. Dabei setzt er auf sein bewährtes Modell, dass Käufer mit einer Anzahlung in das Projekt einsteigen und sehr flexibel die restlichen Raten in nachfolgenden Jahren abzahlen können. Im Fall "Obermühlthal" wären zum Beispiel 1,2 Millionen Euro als "Einstieg" denkbar, so Herbst.

Jedenfalls hofft der Luxus-Makler, im Frühjahr oder spätestens im Sommer dieses Jahres das Anwesen verkauft zu haben. Wer aber für welchen Preis und mit welchem Nutzungskonzept das Anwesen erwirbt, entscheide letztlich der derzeitige Eigentümer, betont Herbst.
Auch der Starnberger Kulturverein "Feta Record" hatte versucht, im Bieterverfahren den einstigen Gasthof Obermühlthal zu erwerben und dabei auch einen Münchner Hotelier als Investor mit ins Boot geholt. Sie sollen seinerzeit nur minimal unter dem Angebot des Kraillinger Unternehmers gelegen haben, der im Jahr 2022 den Zuschlag vom Würmtal-Zweckverband erhalten hatte.

