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Starnberg:Frauenpower, Powerfrauen

Im Fünfseenland finden am Freitag zahlreiche Aktionen zum Weltfrauentag statt.

alexandra Krug

Der erste Weltfrauentag fand am 19. März des Jahres 1911 statt. An diesem Tag gingen erstmals Frauen aus Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz auf die Straße und forderten die Einführung des Frauenwahlrechts sowie ein Mitbestimmungsrecht in der Politik. Der Grundgedanke ist noch immer aktuell. Von der Gleichbehandlung von Frauen und Männern ist man häufig im Beruf und im privaten Leben weit entfernt. Die Festlegung des Weltfrauentages auf den 8. März erfolgte schließlich im Jahr 1921. Seitdem finden jährlich zahlreiche Aktionen statt, die auf Defizite in Sachen Gleichbehandlung aufmerksam machen - so auch im Landkreis Starnberg. Die Autorin Sonja Liebsch liest beispielsweise aus ihrem Debütroman "Muttertier an Rabenmutter". Die Lesung über die "Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der heutigen Gesellschaft" findet am Freitag im großen Sitzungssaal des Landratsamts statt und beginnt um 18.30 Uhr.

Zum "Kaffeeklatsch" mit Anne Franke laden die Grünen in das Familienzentrum Alte Schule (Mittlerweg 34) in Stockdorf ein. Von 16 bis 18 Uhr kann dort bei Kaffee und Kuchen über die Rolle der Frau in der Gesellschaft diskutiert werden. Auch die Kommission Mädchen- und Frauenarbeit des Bayerischen Jugendrings bietet vom 7. bis zum 9. März ein Forum für Diskussionen: Auf einer Mädchenpolitischen Konferenz beleuchten internationale Referenten die Rollen- und Selbstbilder von Frauen und Mädchen. Die Konferenz findet im Institut für Jugendarbeit (Germeringer Straße 30) in Gauting statt.

Im Kino Breitwand in Herrsching wird von 20 Uhr an der Film "We want sex" gezeigt. Theresa Schopper, Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende der Bayerischen Grünen, wird mit dabei sein und über die Benachteiligungen von Frauen sprechen. Über den Streifen sagt Schopper: Es ist "ein Mut machender Film über starke Frauen". Ähnliches wird im Kino der Alten Brauerei Stegen veranstaltet: Dort zeigt die medizinische Hilfsorganisation "Help Liberia-Kpon Ma" den einstündigen Film "Zur Hölle mit dem Teufel", der von der Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee handelt. Die 41-Jährige hat wesentlich zum Friedensprozess in Liberia beigetragen, mit gewaltfreien Aktionen hat sie zahlreiche Frauen dazu bewegt, gegen Chaos und Gewalt in ihrem Heimatland anzukämpfen. Durch ihren erfolgreichen Einsatz für die Sicherheit von Frauen und für Frauenrechte erhielt sie im Jahr 2011 den Friedensnobelpreis. Beginn der Vorstellung ist um 20 Uhr, der Eintritt allerdings erst ab 16 Jahren.

Eine besondere Aktion hat sich auch der Verein Frauen helfen Frauen Starnberg einfallen lassen: Anlässlich des Weltfrauentages verteilen einige Apotheken im Landkreis kleine Taschentuchpäckchen mit dem Slogan "Nase voll von Gewalt! Holen Sie sich Unterstützung!" Damit will der Verein auf die Verbreitung von Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Denn wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge erlebe jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch Männer.

© SZ vom 07.03.2013
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