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Feinstaub und Stickoxid:Die Luft in Starnberg ist sauberer als erwartet

Auspuff

Bei der Analyse der Schadstoffemissionen gilt auch in Starnberg der motorisierte Verkehr als Hauptverursacher.

(Foto: dpa)

Die Belastung liegt deutlich unter den Grenzwerten. Das haben Messungen der Stadt an zwei Straßen ergeben.

Über Feinstaub und Stickstoffdioxid wird derzeit viel gesprochen - und das nicht ohne Grund: Die durch Kraftfahrzeuge verursachten Emissionen stehen im dringenden Verdacht, krebserregend zu sein. Die Diskussion über mögliche Fahrverbote und gesetzliche Grenzwerte ist bundesweit in vollem Gang. In Starnberg machte man sich angesichts einer überbordenden Belastung auf den Verkehrswegen schon 2016 Gedanken dazu: 2017 installierte man Messstationen an Hauptstraße und Hanfelder Straße, nun wurden Ergebnisse für 2018 präsentiert.

Die gute Nachricht: Die lufthygienischen Messungen an den beiden viel befahrenen Starnberger Straßen lagen 2018 "im Mittelwert deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten", erklärte Wolfgang Henry vom Ingenieurbüro Accon GmbH (Greifenberg), das die Messstationen betreut. Er bestätigte damit im Wesentlichen die Ergebnisse der ersten, im Juni 2018 vorgestellten Quartalsberichte.

Damit sei Starnberg zwar "nicht zum Luftkurort geworden", merkte SPD-Stadtrat Tim Weidner an, doch die Messwerte seien besser als erwartet. Die Belastung durch Stickstoffdioxid (NO₂) und Feinstaub in den Größen PM 10 (Partikelgröße kleiner als zehn Mikrometer) und PM 2,5 (kleiner als 2,5 Mikrometer, diese Partikel können über die Lunge in den Körper gelangen) liegt in Starnberg demnach unter den Grenzwerten in Höhe von jeweils 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Bei der Jahresmessung wurden die Vorgaben um 35 Prozent (NO₂) bis 50 Prozent (PM 10) unterschritten. PM bedeutet "Particulate Matter" (deutsch: Schwebstaub); ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter, 100 Mikrometer entsprechen der Dicke eines Haares.

Der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid an der Starnberger Hauptstraße betrug 26 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, an der Hanfelder Straße waren es 21. Die Feinstaubwerte (PM 10) an der Hauptstraße lagen im Jahresmittel bei 19, an der Hanfelder Straße bei 15 Mikrogramm. Für Staubpartikel der Größe PM 2,5 beträgt der gesetzliche Wert 25 Mikrogramm. An der Hauptstraße waren es zwölf, an der Hanfelder Straße nur zehn Mikrogramm.

Allerdings gibt es auch Ausreißer aus dem statistischen Mittel: So wurde in der deutlich stärker belasteten Hauptstraße kurzzeitig ein NO₂-Spitzenwert von 134 und ein PM 10-Wert von 50 Mikrogramm ermittelt. Doch auch das ist im gesetzlichen Rahmen: Die Stickstoffdioxidwerte dürfen 18 Mal pro Jahr, die für Feinstaub bis zu 35 Mal überschritten werden. Auffallend: Anfang März schossen beide Werte dramatisch in die Höhe. Grund hierfür könnten der Einsatz von Streusalz auf winterlichen Straßen sowie übermäßige Schadstoffbelastungen aus Heizungsanlagen sein.

Insgesamt betrachtet aber "werden die Grenzwerte sicher eingehalten", sagte Henry. An 85 Prozent aller Stunden sei die NO₂-Konzentration unter der kritischen Marke geblieben, beim Feinstaub an 94 Prozent aller erfassten Tage. Die Ergebnisse sind nahezu deckungsgleich mit einer Prognose für das übrige Stadtgebiet. Am belastetsten sind weiterhin die Hauptverkehrsadern der Stadt. Die Messungen in Starnberg sollen noch bis Oktober andauern.

Aktuelle Messwerte der Starnberger Stationen finden sich online unter www.accon.de/Starnberg.