Für die Stichwahl des Starnberger Bürgermeisters am Sonntag, 22. März, zeichnet sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Zwar geht Amtsinhaber Patrick Janik (CSU/UWG) mit leichtem Vorteil in die Entscheidung, doch Herausforderer Severin Kistner (Bündnis 90/Grüne) kann sich überraschend der Wahlempfehlungen von FDP und BLS erfreuen. Die SPD unterstützt Janik in der Stichwahl zum Bürgermeister, die WPS empfiehlt aktiv keinen der beiden Kandidaten. AfD und BMS haben sich nicht geäußert.
Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen sicherte sich Janik, der ausschließlich als Bewerber für den Bürgermeisterposten, nicht aber als Stadtrat kandidiert, 43,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Kistner erzielte mit 14,6 Prozent ein schwächeres Ergebnis, lag als Zweitplatzierter aber vor Michael Landwehr (WPS) mit 11,7 Prozent und FDP-Kandidatin Anke Henniger (9,4 Prozent). Auf den Plätzen folgten Frank Hauser (SPD) mit 9,1 Prozent, Ulrich Haase (AfD; 6,9 Prozent) und Eugen Stückle (BLS; 4,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug lediglich 61,3 Prozent.
Früh positionierten sich die Liberalen für die anstehende Stichwahl und gaben eine Wahlempfehlung für Kistner. Dies überrascht umso mehr, weil Grüne und FDP in wesentlichen Punkten bislang völlig konträre Positionen vertreten, etwa in der Frage zum Bau des B2-Tunnels, der Seeanbindung oder zum Ausbau des Gewerbegebiets Schorn. Nach intensiver Diskussion und Abwägung setzt die FDP allen inhaltlichen Differenzen zum Trotz auf Kistner. Zur Begründung hieß es: „Starnberg braucht einen Bürgermeister, der sich kümmert, präsent ist, überparteilich agiert und die Zukunft unserer Stadt im Blick hat.“


Bei der Bürgerliste ist man sich nicht wirklich einig. Zwar hat sich der Vorstand für eine Wahl Kistners ausgesprochen. Doch BLS-Spitzenkandidat Michael Mignoli, der künftig ohne Partner im Stadtrat sitzen wird, enthält sich auf Nachfrage ausdrücklich einer Empfehlung. Ähnlich unentschieden ist die Stimmungslage auch bei der WPS: Spitzenkandidat Michael Landwehr sieht die Positionen seiner Gruppierung weder bei Janik noch bei Kistner hinreichend vertreten. Entschlossener ist die SPD: Sie verweist auf die gute Zusammenarbeit mit Amtsinhaber Janik. Entscheidend für das Ergebnis wird am Sonntag auch die Wahlbeteiligung sein: Bei der bislang letzten Bürgermeister-Stichwahl am 30. März 2014 stimmten in Starnberg lediglich 50 Prozent der Wahlberechtigten ab.


