Auch wer dafür berühmt ist, keine halben Sachen zu machen, muss in diesen außergewöhnlichen Zeiten zu unkonventionellen Lösungen greifen: Um all ihren "Kindersinfonikern" die Chance zu geben, Vivaldis Concerto in d-Moll für zwei Geiger, Violoncello und Streichorchester zu spielen, entschloss sich Weltstar Julia Fischer dazu, das Stück zweimal aufführen zu lassen, jeweils mit wechselnder Besetzung. Denn auf der Bühne der Starnberger Schlossberghalle fand wegen der großen einzuhaltenden Abstände nur die Hälfte der jungen Instrumentalisten Platz. Das von Johannes X. Schachtner geleitete Orchester bewies bei einem anspruchsvollen Programm mit Carl Reineckes "Kindersymphonie", Franz Xaver Richters Sinfonie Nr. 2, Vivaldis "Sommer" aus den "Vier Jahreszeiten" und dem doppelten Concerto, dass es nochmals zugelegt hat, was Spielfreude, Konzentration, Dynamik und Agogik betrifft. Die etwa 80 Zuhörer, die wegen der Coronaregeln ebenfalls weit entfernt voneinander saßen, quittierten die Leistung der sechs- bis 14-jährigen Musiker mit heftigem Applaus.
StarnbergDoppeltes Concerto
