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Starnberg:Der Landkreis soll zahlen

Starnberg, Gymnasium

Erst im Februar hatten Eltern dagegen protestiert, dass die Stadt die Sanierung für 1,9 Millionen Euro aufschieben will.

(Foto: Georgine Treybal)

Ausschuss debattiert Abgabe des Starnberger Gymnasiums

Nach den Gemeinden Tutzing und Gauting erwägt nun offenbar auch die Stadt Starnberg, ihr Gymnasium aus Kostengründen in die Verantwortung des Landkreises abzugeben: Die Diskussion darüber entzündete sich am Donnerstag im Bauausschuss angesichts eines Investitionsvolumens für 2019 in Höhe von 1,9 Millionen Euro zur weiteren Sanierung des in die Jahre gekommenen Komplexes. Saniert werden müssen die Außenfassade eines Gebäudes, die sanitären Anlagen und die Heizungsanlage. Ein Klassenraum soll in einen Fachraum umgebaut werden, ein Leitsystem installiert und ein veralteter Physikraum modernisiert werden.

Bei einem Rundgang durchs Gymnasium hatten sich die Stadträte vor wenigen Monaten selbst ein Bild vom Zustand des Schulkomplexes machen können. Die ersten Gebäude waren 1961 bezogen worden, zu Beginn der 1970er Jahre wurde das Gymnasium erweitert auf einem Grundstück, auf dem einst das Starnberger Krankenhaus stand. Das Gymnasium galt stets als Aushängeschild der Stadt. Doch mittlerweile nagt an allen Gebäuden der Zahn der Zeit, die Technik ist überwiegend marode. Bereits 2016 stand eine Teilsanierung und der Anbau eines Aufzugs für rund eine halbe Million Euro auf der Agenda. Geplant war die energetische Sanierung des Physikbereichs, zudem war der Brandschutz mangelhaft. Die Fensterfront der Nordfassade wurde erneuert, von Grund auf saniert werden mussten alle Physikräume. Elektroverkabelung, Boden, Beleuchtung und Akustikdecke wurden erneuert, die Kosten allein hierfür betrugen rund 300 000 Euro.

2017 wurde die Sanierung fortgesetzt, sie ist aber noch nicht abgeschlossen. Angesichts knapper Kassen und der Beratungen über den städtischen Haushalt 2019, der aktuell noch eine Unterdeckung in Höhe von 13,5 Millionen Euro aufweist, verwies Ludwig Jägerhuber (CSU) auf die finanziell klammen Gemeinden Tutzing und Gauting, die ihre Gymnasien möglicherweise an den Landkreis abgeben wollen, der künftig ja auch noch das neue Gymnasium in Herrsching übernehmen wird. Zwar zahlt der Landkreis als Sachaufwandsträger 90 Prozent aller anfallenden Kosten für höhere Schulen. Doch angesichts des Umstands, dass Starnberg die größte Kreisumlage zahlt, schlussfolgerte Jägerhuber, dass die Stadt womöglich die Sanierung der Schulen in Tutzing und Gauting bezahle, die in den vergangenen Jahren jedoch kaum noch investiert hätten.

Im Ausschuss wurde die Idee Jägerhubers parteiübergreifend unter verschiedenen Aspekten diskutiert. Starnberg würde sich durch die Abgabe der Schule an den Landkreis jährlich rund eine Million Euro sparen, verfügt aus Vorjahren aber auch über Haushaltsausgabereste in Millionenhöhe. Vertreter von SPD, Grünen, FDP und BMS debattierten angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt über das Für und Wider. Angeregt wurde auch, die Sanierungen um ein Jahr zu verschieben. Bürgermeisterin Eva John (BMS) hielt es für relativ schwierig, an einem Zeitpunkt, an dem andere Kommunen ihre Schulen abgeben wollen, das Gleiche tun zu wollen. Hinterfragt wurde auch, wer sich um die Schule kümmert, wenn es die Stadt nicht mehr tut. Zu einem Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat konnte sich das Gremium nicht durchringen; die Entscheidung darüber wurde zurückgestellt.

Eine weitere Diskussion soll am 6. Dezember im Bauausschuss erfolgen, ehe sich am 13. Dezember der Stadtrat damit befasst. Bis dahin soll die Stadtverwaltung Eckpunkte vorlegen, um die Notwendigkeit und Dringlichkeit der jeweiligen Sanierungen am Gymnasium detaillierter beurteilen zu können.