Klimaprotest 500 Kinder demonstrieren in Starnberg gegen die Umweltzerstörung

Aus "Fridays for Future" wird in Starnberg "Future for Kidz", doch das Ziel ist das gleiche: Die Kinder wollen das Klima retten.

(Foto: Nila Thiel)

Die jüngste Demo, die der Landkreis jemals gesehen hat: Bei "Future for Kidz" fordern sogar Grundschüler mehr Einsatz für das Klima.

Von Julius Bercher

Es ist Freitag, es geht um die Zukunft - doch es steht nicht "Fridays for Future" an, sondern "Future for Kidz". Etwa 500 Kinder und Jugendliche, darunter viele Grundschüler, versammeln sich auf dem Starnberger Kirchplatz, um zu demonstrieren. Anders als ihr großes Vorbild treffen sie sich nach Schulschluss, um keinen Unterricht zu schwänzen. Doch das Ziel ist das gleiche: Rettet das Klima! Sie haben Plakate mitgebracht, pusten in Trillerpfeifen, läuten Glöckchen. Auf einem Transparent steht: "Schützt die Wälder." Zwischendurch brandet immer wieder Jubel und Applaus auf. Auch ein paar kleine Regenschauer konnte den Kindern die Stimmung nicht verderben.

Drei Mütter haben die Aktion organisiert, viele Eltern haben ihre Kinder nach Starnberg begleitet. Denn die vielleicht jüngste Demo, die der Landkreis jemals erlebt hat, war als Sternlauf für das Klima konzipiert. Die Teilnehmer haben sich aus allen Himmelsrichtungen aufgemacht. Vertreten waren laut Veranstalter die Grundschulen aus Starnberg, Söcking, Herrsching und Feldafing, die Montessorischulen Starnberg, Biberkor und Gilching, die Gymnasien Starnberg, Gauting und Tutzing sowie die Realschule Tutzing - und dazu viele, die auf eigene Faust zum Kirchplatz gekommen sind, um für ihre Zukunft zu kämpfen.

Auf der Bühne trug die 17-jährige Emily Kura aus Söcking selbst gedichtete Verse gegen den Klimawandel vor. Die Schülerin hat bereits den Poetry-Slam des hiesigen Energiewendevereins gewonnen. Dann rief Moderatorin Sara Kruppert alle Kinder auf die Bühne, die ein Plakat dabei hatten. Nachdem die Mädchen und Buben ihre Anliegen präsentieren durften, kam es zum Höhepunkt des Nachmittags. Klimaexperten mussten sich den Fragen und Anliegen der Kinder stellen: "Warum gibt es Plastik?", "Warum werden so viele Bäume gefällt?", "Wie viele Elektroautos gibt es?", "Wie läuft eine Klimakonferenz ab?" Die Vertreter von Stadt, Landratsamt, Bund Naturschutz und WWF versuchten zu antworten, ohne die Kinder mit großen Zahlen oder Statistiken zu verwirren. Zum Dank bekamen sie eine bienenfreundliche Pflanze für zu Hause geschenkt.

"Wir haben unser Ziel erreicht", sagt Maja Byhahn, eine der drei Organisatorinnen, die den Protest in wochenlanger Arbeit vorbereitet haben. Geht das jetzt jeden Freitag so, wie bei "Fridays for Future"? Das müssen die Veranstalterinnen erst einmal sehen und sich nach der aufreibenden Organisation beraten. Auf der Internetseite der Aktion geht es in jedem Fall weiter: Dort werden nach und nach kleine Filme zum Thema Klimaschutz hochgeladen.

Im Internet unter www.futureforkidz-starnberg.de