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Starnberg:Das Familienfest

Beim SZ-Lauf rund um den Weßlinger See geht es nicht nur um Platzierungen, sondern auch um den Spaß am Sport. Knapp 400 Teilnehmer sind diesmal dabei, darunter viele Kinder. Am Ende siegen Frank Merwerth und Sabine Luidl

Weßling 20.Süddeutsche Zeitung Volkslauf

Beim 20. SZ-Lauf am Starnberger See sind wieder viele Schüler am Start. Foto: Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Das ist ein schöner Spaziergang vom Sportgelände hinunter zum Weßlinger See. Eine Frau bewundert die Maiglöckchen am Straßenrand, Kinder kurven auf ihren kleinen Fahrrädern an der Kirche vorbei hinunter zum Uferweg. Gemütlich geht es hier zu. Dabei haben es 242 Läufer gerade ganz eilig. Soeben sind sie zum 20. SZ-Lauf über zehn Kilometer gestartet, der vier Mal um den See führt. Der Sieger Frank Merwerth braucht für die Strecke gut eine halbe Stunde. Der 40-Jährige ist schon einmal rum und schon lange nicht mehr einzuholen, da trottet gegenüber noch das Hauptfeld entlang. Als Merwerth bereits im Ziel ist, quälen sich weit abgeschlagene Teilnehmer erst in die vierte Runde. Bei den Frauen ist Sabine Luidl aus Traubing die Schnellste. Die 41-Jährige ist schon zum sechsten Mal dabei, über ihren Erfolg ist sie selbst überrascht. "Ich dachte, da wären noch welche vor mir", sagt sie lachend nach dem Rennen.

Bei dem SZ-Lauf geht es ohnehin nicht nur um die Platzierungen. Der sportliche Wettkampf ist zugleich ein Familienfest. "Versuchs mal mit Gemütlichkeit", ertönt es oben auf dem Sportgelände aus den Lautsprechern. Wenn die Teilnehmer drunten am See unter einem weißblauen Himmel bei leichtem, erfrischenden Wind an blühenden Birken und Weiden vorbei joggen, ist immer mal Zeit für einen kleinen Scherz, ein Winken zu Bekannten und Verwandten am Wegesrand. Die zehnjährige Tamira Prössel aus Gröbenzell klatscht ihren Vater Thomas Prause ab, um ihn für die zweite Runde zu motivieren. Ihren Lauf hat sie schon hinter sich; die Platzierung weiß das Mädchen allerdings nicht. Ist auch nicht so wichtig. Hauptsache dabei sein. Und wenn es nicht mehr geht, dann eben nicht. Ein 47-Jähriger aus Wörthsee gibt schon bald auf; "bin zu schnell losgelaufen", keucht er erschöpft. Jetzt steht er an der Strecke und feuert seine Frau an, die zusammen mit Bekannten aus Erding noch durchhält. "Hopp, hopp, hopp", erklingt es nebenan, und: "Pappi, Pappi". Der zehnjährige Felix Campo aus Türkenfeld läuft auf dem letzten Stück zum Sportgelände mit seinem Vater mit.

Auf dem Sportgelände moderiert Christopher Halbich engagiert das Geschehen. "Super habt ihr das gemacht. Colin, du hast es geschafft, Applaus für Moritz", ruft er ins Mikrofon. Mitveranstalter Jörg Stierstorfer ist im Zieleinlauf als erschöpfter Clown im Einsatz. Da raffen sich die ganz Kleinen auf den letzten Metern noch einmal auf, selbst wenn sie fast nicht mehr können, zur Not auch an der Hand der Mutter. Unter den insgesamt knapp 400 Teilnehmern bei der von der Süddeutschen Zeitung unterstützten Veranstaltung sind viele Kinder dabei: beim Zwergerllauf, wo der eine oder andere Bub mit einem T-Shirt antritt, das fast bis zu den Knöcheln reicht, bei den Schülern und als eifrige Fans.

"Hier sind alle Alters- und Leistungsklassen vertreten. Das macht auch diesen Lauf aus", sagt ein Mitorganisator. Allerdings gehen die Zahlen zurück. Bis aus Erding, Pullach oder von einem Augsburger Verein kommen sie nach Weßling. Einer der ältesten Starter ist Franz Dylla aus Dachau, den sein Sohn überreden konnte, zum ersten Mal mitzukommen.

Die zwölfjährige Anna Kuchenreuther aus Germering ist zusammen mit Mutter und Bruder schon öfter dabei. Für einen vorderen Platz hat es diesmal nicht gereicht, aber das scheint sie nicht zu sehr zu stören. Sie wird wohl wieder kommen: "Weil laufen einfach Spaß macht", sagt sie überzeugt.

© SZ vom 06.05.2013
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