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Kommunalwahl in Starnberg:Liste ohne Gegenstimme

Die neue Ortsvorsitzende Charlotte Meyer-Bülow (sitzend, 3. v. re.) führt die Stadtratsliste der Starnberger CSU mit 30 Kandidaten an.

Die CSU stellt ihre Kandidaten für den Stadtrat auf. Der Altersschnitt beträgt 43 Jahre, die Frauenquote setzt die Partei auf den ersten Rängen um. Der dienstälteste Stadtrat Gerd Weger tritt nicht mehr an.

Eine zentrale Forderung der CSU-Landesleitung hat der Starnberger Ortsverband zumindest auf den vorderen Listenplätzen zur Kommunalwahl 2020 souverän umgesetzt: Jünger und weiblicher sollen die christlich-sozialen Kandidaten und Kandidatinnen sein, und die Starnberger CSU schickt auf den ersten zehn Plätzen fünf Frauen und fünf Männer ins Rennen um die insgesamt 30 Stadtratsmandate. An der Spitze der CSU-Bewerberliste steht die 37-jährige Juristin Charlotte Meyer-Bülow, die als Nachfolgerin von Landratskandidat Stefan Frey erst im Mai zur neuen Ortsvorsitzenden gewählt worden war. Dahinter folgen bewährte Kräfte aus dem Stadtrat. Nur einer ist nicht mehr dabei: Starnbergs dienstältester Mandatsträger Gerd Weger, 74, verzichtet nach 48 Jahren kommunalpolitisch-ehrenamtlicher Arbeit auf eine weitere Kandidatur.

Insgesamt 39 Stimmberechtigte verabschiedeten per Blockwahl die Bewerberliste für den Stadtrat mit elf Frauen und 19 Männern im Alter von 20 bis 63 Jahren; das Durchschnittsalter beträgt 43,3 Jahre. Gäste der Veranstaltung waren Landrat Karl Roth, Starnbergs Altbürgermeister Heribert Thallmair sowie Bürgermeisterkandidat Patrick Janik: Der parteilose Gemeinschaftskandidat wird als Hoffnungsträger auf einen Wechsel an der Rathausspitze neben UWG, SPD und Bürgerliste auch von der CSU unterstützt. Der Herausforderer wurde von den Anwesenden im Clubraum des "Opatija" in Söcking mit anhaltendem Applaus bedacht.

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"Wir haben versucht, Starnberg widerzuspiegeln", sagte Meyer-Bülow mit Blick auf die Liste, die im internen Kreis vorbereitet worden war. Man habe Kandidaten aus den unterschiedlichsten Berufen, Ortsteilen und Altersgruppen gefunden, die ein gemeinsames Motiv eint: Sie wollen sich "für eine bessere Kommunalpolitik einsetzen" und die "optimale, beste Politik machen für alle Starnberger". Die Bewerberliste wurde ohne Änderungen auf den Ranglistenplätzen und ohne Gegenstimmen von den Wahlberechtigten bestätigt.

Hinter Meyer-Bülow, die bislang keine kommunalpolitische Erfahrung aufweisen kann, finden sich die aktuellen Stadträte Ludwig Jägerhuber, Katja Fohrmann, Thomas Beigel und Fritz Obermeier. Eine Sonderrolle fällt Stefan Frey zu: Sollte er nicht Landrat werden, nähme er sein Stadtratsmandat an. "Ich muss mich entscheiden", weiß Frey. Auf dem aussichtsreichen Platz sieben findet sich Angelika Kammerl: Die als extrem fleißig geltende Stadträtin engagiert sich künftig für die CSU, weil es ihre Gruppierung "Die Parteifreien" nicht mehr geben wird. Ebenfalls unter den ersten zehn der CSU ist der stellvertretende Ortsvorsitzende Robert Weiß auf dem achten Platz noch vor Matthias Frühauf (11.), der zu Jahresbeginn kurzzeitig seine Bewerbung als Bürgermeister für die Kreisstadt in Erwägung gezogen hatte.

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Unter dem Motto "Stillstand in Fortschritt verwandeln" skizzierte Meyer-Bülow das CSU-Programm. Wichtigste Punkte sind der Ausbau der Gewerbegebiete, die Stärkung der heimischen Wirtschaft und Wohnungsbau. Rudi Nirschl, mit 63 Jahren ältester Bewerber, hatte zum Wahlausgang am 15. März eine Vision für die derzeit stärkste Fraktion im Stadtrat: Die CSU werde zu zehnt ins Stadtparlament einziehen, "und dann rocken wir das", sagte er.

Stadtratsliste der CSU Starnberg: Charlotte Meyer-Bülow; Ludwig Jägerhuber; Katja Fohrmann; Thomas Beigel; Stefan Frey; Fritz Obermeier; Angelika Kammerl; Robert Weiß; Tatjana von Groll-Schacht; Annette Leblanc; Matthias Frühauf; Katharina Hutterer; Rudolf Zirngibl; Stephanie Weber; Richard Leopold; Rudolf Nirschl; Valentin Dachtler; Christiane Blomeyer-Kühner; Bernhard Junge-Hülsing; Heribert Wagner; Xaver Klingler; Markus Schweiger; Lucia Müller; Alexander Broschell; Ella Becker; Marc Decassian; Adalbert Stürzer; Nadine Wackerl; Rainer Marcinek; Markus Oelsner. Ersatz: Hans Linse, Johanna Frühauf, Karl Müller