Der Wahlkampf zur Kommunalwahl am 8. März 2026 in Starnberg ist eröffnet: Als erste politische Gruppierung der Kreisstadt hat die CSU am Mittwoch mit Amtsinhaber Patrick Janik ihren Bürgermeisterkandidaten nominiert. Nachdem sich der Ortsvorstand im engsten Kreis schon vor Wochen auf den 49-jährigen Juristen als potenziellen Kandidaten auf den Chefsessel im Rathaus geeinigt hatte, folgten nun auch die Mitglieder dieser Empfehlung: Einstimmig votierten die 30 Anwesenden des insgesamt rund 200 Personen starken Ortsverbands im Schützenheim Hanfeld für Janik.
Die Starnberger CSU setzt damit auf Kontinuität in politisch und wirtschaftlich schwieriger werdenden Zeiten. Zwar gab es innerhalb des Ortsverbands immer wieder Diskussionen darüber, ob nicht ein „echter“ CSU-Vertreter die bessere Wahl wäre: Janik ist zwar CSU-Mitglied in München-Land und seit 2022 im Ortsverein Starnberg, gehört in Starnberg aber auch der UWG an. Gleichwohl fand sich binnen der letzten fünf Jahre keine ernsthafte Konkurrenz, Janik blieb im größten CSU-Ortsverband des Landkreises einziger Kandidat für den Chefposten im Starnberger Rathaus.
Der Bürgermeister hatte die Amtsgeschäfte „in einer seltsamen Zeit“ (Janik) mit vielen Altlasten übernommen. Janik siegte 2020 als Kandidat von CSU, UWG, SPD und BLS im ersten Durchgang mit absoluter Mehrheit (51,7 Prozent); seine drei Konkurrenten – Kerstin Täubner-Benicke (Grüne), Marc Fiedler (FDP) und Amtsinhaberin Eva John (BMS) – waren chancenlos. Die Corona-Krise stand damals erst am Anfang, Starnberg war überschuldet und die Rücklagen waren bis auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum ausgegeben. Die Deutsche Bahn hatte wegen nicht erfüllter Verträge eine Schadenersatzklage über 177 Millionen Euro eingereicht. Hinzu kam eine Reihe vieler weiterer unerledigter Probleme, die bis heute nicht zufriedenstellend gelöst sind.
Janik bedankte sich nach der Wahl an diesem Mittwoch für seine erneute Nominierung und zog eine überwiegend positive Bilanz seines Schaffens. Als großen Verdienst bezeichnete er den Umstand, dass der Stadtrat – zuvor oft genug ein Hort der Zwietracht – unter seiner Leitung wieder sachlich diskutiere und transparente Realpolitik betreibe. „Es gab kein Thema, bei dem wir uns weggeduckt haben“, sagte er. Auch Kritik und Niederlagen räumte er ein, etwa bei den Wegsperrungen im Winter, bei der Windkraft oder zuletzt bei der Verpackungsabgabe. „Aber ich bin kein Ideologe“, sagte Janik, „sondern mache das, was sachlich richtig ist“.
Die Union ist mit acht Mandatsträgern im 30-köpfigen Stadtrat mit acht Gruppierungen die stärkste Fraktion. Unterstützung für Janik dürfte es 2026 auch wieder von der UWG geben. Die übrigen Gruppierungen haben sich bislang nicht auf einen Bürgermeisterkandidaten festgelegt. Ob das Bündnis von 2020 Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Unklar ist, wen die übrigen Gruppierungen nominieren, zumal sich auch die AfD anschickt, einen Ortsverband zu gründen. Janik bewirbt sich ausschließlich als Bürgermeister, nicht aber als Mandatsträger im Stadtrat. Sollte er keine Mehrheit bekommen, wäre seine politische Karriere in Starnberg somit beendet. Damit rechnet aber derzeit niemand.

