Führungswechsel bei der Starnberger CSU: Überraschend hat die Ortsvorsitzende Charlotte Meyer-Bülow den Posten, den sie im Mai 2019 vom heutigen Landrat Stefan Frey übernahm, „mit sofortiger Wirkung“ aufgegeben. Ihre bisherigen Stellvertreter Stephanie Weber, Andreas Weger und Robert Weiß werden ihre Arbeit bis zur turnusmäßigen Neuwahl im Frühjahr kommissarisch übernehmen, teilte die 42-jährige Juristin am Freitag mit. Der Ortsvorstand war bereits über diese Entscheidung informiert, Streit habe es nicht gegeben.
Für den CSU-Ortsverband mit 174 Mitgliedern war Meyer-Bülow ein Glücksfall. Sie repräsentierte die Christsozialen als weibliches Idealbild einer verjüngten CSU, ein Gute-Laune-Faktor: Nach außen hin stets sympathisch und mit fröhlichem Gesicht, intern hielt sie den überalterten Ortsverein zusammen. Sie organisierte Versammlungen, Treffen und Aktionen, hielt Kontakt zu Kreis-, Frauen- und Seniorenunion. Seit 2020 untermauerte sie ihre politischen Ambitionen als Stadträtin. Im Juni 2021 bewarb sie sich auf einem hinteren Listenplatz vergeblich um ein Bundestagsmandat, im Mai 2022 unterlag sie der Landtagsabgeordneten Ute Eiling-Hütig in einer Kampfabstimmung um den CSU-Kreisvorsitz.
„Ich habe lang mit meiner Entscheidung gehadert“, sagte Meyer-Bülow, „aber es geht einfach nicht mehr“. Priorität hätten Familie und Job. Die Parteiarbeit habe trotz aller Freude „wahnsinnig viel Zeit und Energie in Anspruch genommen“, sagt die zweifache Mutter. Schweren Herzens gebe sie daher den Ortsvorsitz auf, zumal nun der Kommunalwahlkampf für 2026 beginnt: „Das ist kein Einsatz, den ich nebenher machen kann.“ Dem Stadtrat und der CSU bleibt sie erhalten, ob sie 2026 erneut kandidiert, ist ungewiss.

