bedeckt München

Corona-Pandemie:Umzingelt von Hotspots

Rasch, aber nicht so zuverlässig wie die klassische Methode: Corona-Schnelltest in Starnberger Arztpraxis.

(Foto: Arlet Ulfers)

Auch der Landkreis Starnberg bewegt sich bei Inzidenz auf 100er-Marke zu. Die Zahl der beatmeten Patienten hat sich verdoppelt.

Von Christine Setzwein

Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis Starnberg ist am Wochenende deutlich gestiegen. Verdoppelt hat sich in den vergangenen zwölf Tagen die Zahl der Patienten, die wegen einer Covid-19-Erkrankung beatmet werden müssen: von drei auf sechs, wie Thomas Weiler, der Pandemiebeauftragte des Landkreises und Starnberger Klinikchef, am Sonntag berichtete. In den vier Krankenhäusern des Kreises seien 20 Normalbetten von Covid-19-Patienten belegt sowie zwei weitere mit Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht. Auf den Intensivstationen der Kliniken werden insgesamt sieben Patienten behandelt, sechs davon müssen beatmet werden. Im Landkreis gibt es insgesamt 869 Krankenhausbetten sowie 88 Intensivbetten, davon 58 mit Beatmungsgerät.

Am Samstag meldete das Landratsamt Starnberg 18 neue Fälle, am Sonntag 27. 1002 der 1189 seit Beginn der Pandemie Infizierten gelten als genesen, in Quarantäne befinden sich 806 infizierte und enge Kontaktpersonen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntagmorgen noch bei 87,80 wird sich aber am Montag wegen der 45 neuen Fälle Richtung 100 bewegen. Die Nachbarlandkreise Landsberg, Weilheim-Schongau, Fürstenfeldbruck, München-Land und die Stadt München haben die 100er-Marke überschritten, Starnberg ist umzingelt von dunkelroten Hotspots.

Allein in Gilching wurden in den vergangenen zwei Tagen 13 neu positiv getestete Fälle registriert. Die meisten Fälle gibt es in Gauting mit 237, gefolgt von Starnberg mit 202, Gilching mit 136 und Herrsching mit 100.

Ein Nachspiel wird die Corona-Krise für einen Gastronomen in der Starnberger Innenstadt haben. Wie die Polizei berichtet, musste der Wirt zum wiederholten Male beanstandet werden, weil er die geltenden Hygienevorschriften nicht einhielt. Bei einer Kontrolle am Freitagabend stellten Beamte der PI Starnberg fest, dass die Tische viel zu eng standen und nicht dem Hygienekonzept entsprechend aufgestellt waren. Einem Gast gegenüber habe der Wirt gesagt, dass ihm das egal sei, weil er von Montag an sowieso nicht mehr öffnen dürfe. Diese Uneinsichtigkeit wird dem Mann wohl nun ein empfindliches Bußgeld einbringen.

© SZ vom 02.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema