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Starnberg:Bürgermeister rasiert Bart ab - damit die FFP2-Maske besser passt

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So ein Bart verändert den Menschen doch ganz schön: Bürgermeister Patrick Janik vorher und nachher.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Patrick Janik greift zur Klinge, da Träger von Gesichtsbehaarung fast schon als potenzielle Corona-Risikogruppe gelten. Das provoziert einen Kommentar seiner Ehefrau.

Von Peter Haacke

So viel ist schon mal klar: Für eine Kaperfahrt dürfte sich Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik vorerst disqualifiziert haben, als Pirat taugt er nicht. Denn wie heißt es so schön in einem alten Shanty: "Jan und Hein und Klaas und Pit, die haben Bärte, die fahren mit." Da mag Janik weder Tod noch Teufel fürchten oder Weiber und Branntwein lieben - ohne Fell im Gesicht fehlt was. Doch seitdem Bartträger im Hinblick auf die Wirksamkeit von FFP2-Masken als potenzielle Corona-Risikogruppe gelten, mochte sich auch Janik der Sache nicht verschließen. Kurzerhand griff er am Dienstag zum Rasierer. Und zack: Ab war der Bart, lässig zurückgestutzt zunächst auf Stoppellänge, seit gestern glatt.

Den neuen Trend hatte Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD), ein Namensvetter des Starnberger Kollegen, vor wenigen Tagen gesetzt. Seither sind Stadt-, Land- und Kreisräte sowie Politiker aller Couleur aufgefordert, sich an der Bart-ab-Challenge zu beteiligen. Die trendige Bewegung zum pandemiebedingten Kahlschlag im Gesicht, der bislang aber nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, bietet weitere Vorteile: Bartologen fanden heraus, dass sich im Bart eines Mannes zuweilen mehr Bakterien als im Fell eines Hundes befänden, Kleinstlebewesen ernährten sich im Gesichtsdschungel von Essensresten. Ein harmloser Kuss berge somit erhebliche Gesundheitsrisiken.

Gottlob ist Busselei in der Politik derzeit nicht angesagt, für Frauen ist Bartwuchs ohnehin kein Thema. Viele Bürgermeister im Landkreis sind ebenso wie Landrat Stefan Frey glattrasiert wie junge Aale. Im privaten Bereich aber provozierte der Verlust des Janik-Bartes Kommentare: So befand seine Ehefrau, dass der nun vollbartlose Bürgermeister - rein äußerlich - etwas von seiner Seriosität eingebüßt habe. Er habe stattdessen nun etwas Schelmisches oder gar Verschlagenes im Gesicht. Schwacher Trost für Janik: Ein Pirat würde das glatt als Kompliment interpretieren.

© SZ vom 21.01.2021
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