MVV Die wohl kleinste Bushaltestelle der Welt

In die Knie, Fahrgast: Wer die unteren Fahrpläne an der Bushaltestelle studieren will, sollte gelenkig sein.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Warum eine Fahrplantafel in Starnberg nur mit Kniebeugen zu lesen ist.

Von Armin Greune

Der erste Ansturm des Winters ist gebändigt, der Alltag wieder ins Fünfseenland eingekehrt. An den Schulen herrscht Normalbetrieb, und auch der öffentliche Verkehr läuft wie gewohnt. In der Starnberger Innenstadt sind die Gehwege mittlerweile größtenteils vom Eis befreit. Beim Rückzug der Gletscher ist auch ein interessantes Relikt zu Tage gefördert worden, das gerade in den sozialen Medien haufenweise Spott anzieht: An der Bushaltestelle vor dem Kino an der Wittelsbacher Straße ragt ein Pfeiler des MVV aus dem Trottoir. Auf ihm sind die untersten Fahrpläne so niedrig angebracht, dass sie von normalwüchsigen Menschen allenfalls mit viel Mühe entziffert werden können.

"Wenigstens kann mein Dackel das jetzt auch lesen", höhnt es da im Internet. Bevor man dahinter nun vorschnell einen Schildbürgerstreich vermutet, sollte man freilich erst in Betracht ziehen, ob nicht doch ein tieferer Sinn hinter dieser originellen Beschilderung steckt. Schließlich ist die Starnberger Stadtverwaltung insbesondere bei der Gestaltung der öffentlichen Verkehrsräume schon öfter mit Maßnahmen ins Licht der Öffentlichkeit getreten, deren Zweck sich nicht auf den ersten Blick erschließt.

Da tauchen Zebra- und Radlerschutzstreifen auf den Fahrbahnen auf, die gewiss zur Verkehrssicherheit beitragen könnten, aber nicht immer bei den beteiligten oder übergangenen Fachbehörden Beifall finden. So wie die Fußgängerinsel in der Riedeselstraße, die den Söckinger Feuerwehrleuten den Zugang zu ihrem Spritzenhaus erleichterte. Leider stellte sich dann heraus, dass sie mit den Löschzügen nicht mehr zu den Einsätzen ausrücken konnten - und die Querungshilfe musste versetzt werden. Aber das ist Schnee von gestern.

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Für die Informationstafeln in Bodennähe spricht die Volksgesundheit: Werden doch die Fahrgäste zu Übungen wie Kniebeugen oder Liegestützen motiviert. Das hält körperlich frisch, auch wenn es für Gymnastik geeignetere Beläge gäbe als mit Kippen, Kau- und Haargummis übersätes Kopfsteinpflaster. Blöd nur, dass die Fahrplantafeln unter Schnee und gassigeführten Hunden gelitten haben: Die des 975er ist schon so beschlagen und verdreckt, dass auch elastische Gelenke und scharfe Augen nicht mehr ausreichen, um darauf die Route zu verfolgen.

Also soll der Haltestellenständer nun ausgewechselt werden. Wie vom MVV zu erfahren ist, habe sich Starnberg bereit erklärt, ein neues Schild aufstellen zu lassen. Die Bestellung sei schon rausgegangen, die Lieferzeit betrage sechs bis acht Wochen. MVV-Sprecherin Franziska Hartmann will den Fall nicht zu hoch hängen und kann auch alle Spekulationen zerstreuen, die Froschperspektive wäre absichtlich gewählt: Offenbar sei Mitte November der Pfosten von einem Auto angefahren und beschädigt worden. Daraufhin wurde er gestutzt und von der Stadt wieder in den Boden betoniert. Erschwerend komme hinzu, dass sich mit dem Ausbau des Busnetzes die Fahrpläne vermehrten. Vor drei Jahren habe die Stadt die Ständer deshalb mit Eigenkonstruktionen für die untersten Fahrplantafeln ergänzt, sagt Hartmann.

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