Kommunalwahl im Landkreis StarnbergDrei schwarz-grüne Finale um das Bürgermeisteramt

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Stichwahl  in Starnberg: Grünen-Kandidat Severin Kistner (links) tritt in der Stichwahl gegen Patrick Janik (CSU) an.
Stichwahl  in Starnberg: Grünen-Kandidat Severin Kistner (links) tritt in der Stichwahl gegen Patrick Janik (CSU) an. Nila Thiel
  • Sechs Gemeinden im Landkreis Starnberg müssen Stichwahlen am 22. März abhalten, da kein Bürgermeisterkandidat die absolute Mehrheit erreichte.
  • In Starnberg, Gauting und Krailling kommt es zu schwarz-grünen Finalen zwischen CSU- und Grünen-Kandidaten um das Bürgermeisteramt.
  • Inning bekommt mit Hubert Vögele den ersten Grünen-Bürgermeister im Landkreis Starnberg, während der liberale Amtsinhaber Haux in Krailling überraschend abgewählt wurde.
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Sechs Rathausverwaltungen müssen die nächste Abstimmung vorbereiten. In drei Kommunen kommt es zur Stichwahl zwischen Bewerbern von CSU und Grünen.

Von Michael Berzl, Christian Deussing und Peter Haacke, Starnberg

Kaum sind die Stimmen für Bürgermeister und Landrat, Kreis- und Gemeinderäte ausgezählt, müssen sechs Rathausverwaltungen im Landkreis Starnberg die nächste Abstimmung vorbereiten. In der Kreisstadt Starnberg sowie in den Gemeinden Gauting, Gilching, Krailling, Wörthsee und Berg ist noch offen, wer das Amt des Bürgermeisters von Mai an ausübt. Dreimal handelt es sich um ein schwarz-grünes Finale. Die Entscheidungen fallen erst in Stichwahlen am 22. März.

In Starnberg fällt die Entscheidung in einer Stichwahl zwischen CSU und Grünen

Ginge es allein nach dem Aufwand im Wahlkampf, hätte die FDP in Starnberg weit vorne liegen müssen. Doch die Wählerschaft ist wählerisch und lässt sich auch nicht so leicht beeindrucken von Werbekampagnen, großflächigen Plakaten und Plauderstunden mit Spitzenkandidatin Anke Henniger: Die Liberalen verzeichneten bei der Starnberger Bürgermeisterwahl 9,4 Prozent. Zu wenig für eine Stichwahl gegen Amtsinhaber Patrick Janik (CSU/UWG), der es auf 43,6 Prozent (4888 Stimmen) brachte. Auch Michael Landwehr (WPS) wäre nur allzu gern gegen Janik angetreten. Doch der Spitzenmann der Anti-Tunnel-Fraktion scheiterte bei der Bürgermeisterfrage als Drittplatzierter mit 11,7 Prozent (1311 Stimmen). Chancenlos waren Frank Hauser von der SPD (9,1 Prozent), Eugen Stückle (BLS) mit 4,7 Prozent sowie AfD-Bewerber Ulrich Haase (6,9 Prozent).

Stattdessen setzte sich überraschend Severin Kistner von den Grünen mit 14,6 Prozent (1633 Stimmen) an die Spitze der Herausforderer. Obwohl der 35-Jährige über keinerlei Erfahrung in kommunalpolitischen Gremien verfügt, traut ihm die grüne Stammwählerschaft den Posten des Bürgermeisters zu. Amtsinhaber Janik gibt sich derweil siegesgewiss, er geht mit leichtem Vorsprung in den entscheidenden Wahlgang. Völlig unklar ist bislang, ob überhaupt oder für wen die übrigen sechs Gruppierungen eine Wahlempfehlung geben werden.

Auch in Gauting kommt es zu einem schwarz-grünen Endspiel

Auch in Gauting kommt es wieder zu einem schwarz-grünen Finale. Raus sind Stefan Berchtold von der Gruppierung Piratenpartei-Menschen für Gauting, der sich selbst wohl keine großen Siegchancen ausgerechnet hatte, und der Gewerbeverbandsvorsitzende Harald Ruhbaum (Mifü), der ein besseres Ergebnis für sich erwartet hatte und über sein Ausscheiden dann doch „verwundert“ war, wie er am Tag nach der Wahl sagte.

Nun also Matthias Ilg (Grüne) gegen Maximilian Platzer (CSU), wie von vielen erwartet worden war. Mit Blick auf das Ergebnis im ersten Wahlgang scheint klar, wer bei der entscheidenden Abstimmung am 22. März als Favorit zu gelten hat. CSU-Kandidat Platzer ist auf 47,7 Prozent der Stimmen gekommen und hätte es damit fast schon im ersten Wahlgang geschafft. Noch am Wahlabend zeigte er sich überrascht über das gute Abschneiden. Er dürfte einigermaßen sicher in die Stichwahl gehen. Sein Mitbewerber Ilg kam nur auf 28,1 Prozent, liegt also weit dahinter, gibt aber längst nicht auf. Die Karten würden neu gemischt, glaubt er.

Auf ein Neues: CSU-Kandidat Maximilian Platzer (links) und Matthias Ilg (Grüne) beobachten am ersten Wahlsonntag vor einem Bildschirm im Gautinger Rathaus die ersten Ergebnisse.
Auf ein Neues: CSU-Kandidat Maximilian Platzer (links) und Matthias Ilg (Grüne) beobachten am ersten Wahlsonntag vor einem Bildschirm im Gautinger Rathaus die ersten Ergebnisse. Michael Berzl

In Gilching kommt es zum Spitzenduell zwischen CSU und Freien Wählern

Es ist ein starker Etappensieg, den Stefan Siegl von den Freien Wählern in Gilching hingelegt hat. Mit 33,2 Prozent behielt er knapp vor seinem CSU-Kontrahenten Roland Schrafstetter die Oberhand. Siegl hatte am Sonntag schon kurz vor 18 Uhr mit seinen beiden halbwüchsigen Söhnen das Rathaus betreten und äußerte sich selbstbewusst: „Noch ist offen, wer gegen mich in die Stichwahl kommt.“ Der 50-Jährige sollte recht behalten und hofft nun, als Sieger aus der Bürgermeisterwahl hervorzugehen. Dann würde er eine Rathausverwaltung mit 230 Mitarbeitern führen, „bürgernah und effizient“, wie Siegl betont.

Doch noch ist es nicht so weit. Denn mit dem CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter hat er einen ebenso selbstbewussten Gegenspieler im Nacken, der optimistisch in die Stichwahl geht. Auch er verspricht, ein offenes Ohr für die Bürger zu haben. Spannend ist hierbei, die eigenen Wähler zu motivieren, erneut die Stimme abzugeben und die Wähler anderer Parteien und Gruppierungen zu sich hinüberzuziehen.

Zufriedener Blick aufs Handy: FW-Bürgermeisterkandidat Stefan Siegl schaut sich im Gilchinger Rathaus die ersten Ergebnisse an.
Zufriedener Blick aufs Handy: FW-Bürgermeisterkandidat Stefan Siegl schaut sich im Gilchinger Rathaus die ersten Ergebnisse an. Franz Xaver Fuchs

In dieser Frage will sich aber die Gilchinger SPD noch nicht festlegen. Über eine mögliche Wahlempfehlung werde man aber sprechen, sagt der noch amtierende Bürgermeister Manfred Walter (SPD). Er hätte natürlich seine Wunschkandidatin Steffi Weller am liebsten in der Stichwahl gesehen. Doch die Fachbereichsleiterin für Kinder und Jugend in Gilching hatte im Rennen um den Rathaus-Chefsessel keine Chance. „Das ist sehr schade, aber die Wähler haben es so entschieden“, bedauert Walter den Ausgang.

Unterlegen ist auch die Grüne Melanie Kude, die als Newcomerin immerhin mit 14,4 Prozent der Stimmen einen Achtungserfolg erreichte. Auch sie wollte sich jetzt nicht dazu äußern, welchen Stichwahl-Kandidaten ihre Fraktion unterstützen würde. Vielleicht lassen die Grünen es aber auch offen, das wird sich noch herausstellen.

In Krailling erlebt der einzige liberale Amtsinhaber ein Debakel

Ein schwarz-grünes Finale steht auch in Krailling bevor, nachdem Amtsinhaber Rudolph Haux (FDP) überraschend abgewählt wurde. Stefan Göttlinger (CSU) tritt nun gegen Ricarda Weimar (Grüne) an. Wahlempfehlungen wurden zwar am Sonntagabend nicht ausgesprochen, aber die SPD soll zuvor ihre Unterstützung für Weimar zugesagt haben. Haux, der fest mit einer Stichwahl gerechnet hatte, versucht nun, das Debakel zu verarbeiten. Ein Grund seien seiner Ansicht nach unrichtige Behauptungen im Wahlkampf und die Gesamtsituation der FDP. Er habe sich bislang nicht entschieden, ob er sein Mandat im Gemeinderat annimmt.

Inning wählt erstmals einen  Bürgermeister der Grünen

Ein schwarz-grüner Rollentausch in gegensätzlicher Richtung findet am Ammersee statt, das ist bereits entschieden. Die CSU übergibt das Rathaus in Inning kampflos an einen Grünen. Hubert Vögele hatte es als einziger Kandidat leicht und tritt,  wie zu erwarten war,  die Nachfolge vom Walter Bleimaier an. Die beiden verstehen sich gut, auch über Parteigrenzen hinweg. Inning wird damit die erste Gemeinde im Landkreis Starnberg mit einem Grünen-Bürgermeister. In Schondorf dagegen ist Alexander Herrmann von den Grünen nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten. Sein Nachfolger wird Gunther Hofmann von der CSU.

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