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Starnberg:Brennender Protest

Mahnfeuer der MIlchbauern; Demo der Milchbauern

Für einen fairen Milchpreis demonstrieren die Bauern mit einem Mahnfeuer und Plakaten am Montagabend.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Milchbauern demonstrieren mit einem Mahnfeuer gegen den fallenden Milchpreis

Gleich neben der Bundesstraße 2 in der Nähe des Maxhof-Kreisels haben sie am Montagabend demonstriert. Als Mahnfeuer bezeichnete der Vorsitzende des Bunds der Milchviehhalter im Landkreis Starnberg (BDM), Michael Friedinger, die Aktion. Fast hätte allerdings ein Regenguss das Feuer gelöscht, ehe es so richtig brannte. Der Protest der Milchbauern hat einen guten Grund: Der Milchpreis bewegt sich wieder nach unten und zwar unter die 30-Cent-Marke, wie Friedinger beobachtet hat. Die Milchbauern wollen 50 Cent für ihr Produkt. Im Landkreis Starnberg wird noch 31 Cent bezahlt.

Der Vorsitzende der Milchbauern war mit ein paar Mitstreitern gekommen, darunter auch Vizelandrat Georg Scheitz. Scheitz kennt sich aus in der Materie, ist doch seine Schwester Barbara die Geschäftsführerin der Biomolkerei Scheitz in Andechs. Die Kennerschaft hilft aber den Bauern auch nicht weiter, denn den Preis bestimmen die großen Produzenten und seit die Milchkontingentierung aufgehoben ist, dürfen sie so viel Milch in den Markt pumpen, wie sie möchten - zum Nachteil der kleineren Milcherzeuger. Das sind vor allem die Kleinbauern. Der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat den Tag der Milch deshalb dazu genutzt, um bundesweit auf die Misere aufmerksam zu machen. Die Milchviehhalter sehen sich als "schwächste Glied in der Wertschöpfungskette", wie ihr Verband in einer Pressemeldung unterstreicht und sie fordern deshalb Planungssicherheit.

Der BDM hat deshalb ein Konzept entwickelt, das sich Milchmarkt-Krisenmanagement nennt und das in seinem Kern eine Deckelung der Milchmengen vorsieht. Dies unterstützt auch Friedinger, der auch das System erläutert: So sollen nach einem Bonus-Malus-Prinzip jene Betriebe weniger Milch produzieren, die über der Menge liegen, und dafür eine Entschädigung, ein sogenanntes Entgelt erhalten. "Dadurch bringen wir Milch aus dem Markt", sagt Friedinger. Weniger Milch: das bedeutet stabilere Preise. Allerdings steht der Milchverband allein da. Deshalb wollen die Milchbauern mit ihrer Aktion politisch Druck machen.