Starnberger Beachvolleyballer bei Olympia:Auf dem Sprung zur Medaille

FIVB World Tour Ostrava Open 01 06 2019 Clemens Wickler GER FIVB World Tour Ostrava Open am

Nach dem WM-Silber jetzt eine olympische Medaille? Beachvolleyballer Clemens Wickler aus Starnberg sagt, er und sein Partner Julius Thole seien "konkurrenzfähig".

(Foto: imago)

Clemens Wickler startet als einziger Athlet aus dem Landkreis bei den Olympischen Spielen. Der Vizeweltmeister aus Hanfeld muss diesmal ohne die Unterstützung seiner Familie auskommen.

Von Carolin Fries

Clemens Wickler kann nur erahnen, was am Sonntag in Hanfeld los sein wird, wenn er sich im Shiokaze-Park in Tokio erstmals in den Sand werfen wird. "Vielleicht gibt es ein kleines Public Viewing", schreibt der Beachvolleyballer aus seiner Unterkunft in Japan in einer E-Mail an die SZ, dahinter ein Zwinker-Smiley. Der 26 Jahre alte Vizeweltmeister ist der einzige Athlet aus dem Landkreis bei den Olympischen Spielen. Mit Julius Thole will er um eine Medaille kämpfen.

Für Wickler geht damit ein Kindheitstraum in Erfüllung. "Ich habe seit Athen jede Olympiade mit viel Begeisterung vor dem Fernseher von morgens bis abends verfolgt", erzählt er. Nun ist der vierfache deutsche Meister erstmals selbst dabei - wenn auch ohne die bewährte Unterstützung seiner Familie. Während ihn bei der WM vor zwei Jahren in Hamburg die Eltern anfeuerten und Schwester Jenny - sie spielt beim Volleyball-Zweitligisten in Planegg - eine Nacht durchfuhr, um das Finale live erleben zu können, durfte nach Tokio niemand mitreisen. "Ich weiß, dass die Familie zuguckt", schreibt Wickler, und es klingt, als wolle er sich damit selbst ein wenig trösten. Die Familie bedeutet ihm viel. Nach dem WM-Silber schwärmte er von den Obsttellern seiner Mutti und den Trainingsspielen mit seinem Vater in Söcking. Hanfeld sei sein "Wohlfühlort, der schönste Fleck auf Erden". Dort könne er extrem gut abschalten.

Im März hat er sich darum in dem kleinen Starnberger Ortsteil erholt, nachdem das Verletzungspech ihn nicht mehr losgelassen hatte. Einer Blessur am Sprunggelenk folgte erst eine Kapselzerrung im Großzehengelenk und schließlich im Trainingslager eine akute Blinddarmentzündung mit Not-OP. "Körperlich bin ich wieder in guter Verfassung", so Wickler, doch "natürlich stünden wir ohne unsere Verletzungen besser da". Thole hatte zuletzt einen Bänderriss im Sprunggelenk auskuriert. Wie Wickler die Chancen des Duos einschätzt? Aus einem Pool von 15 Teams könne jedes eine Medaille holen - "es wird auf Kleinigkeiten ankommen". Dabei wird auch eine Rolle spielen, wie die Sportler mit dem fehlenden Publikum zurechtkommen. "Man muss sich selbst besser hochregulieren", so Wickler. So schwer die Trainingsbedingungen auch waren: Darin habe man in den vergangenen eineinhalb Jahren genug Erfahrung gesammelt.

Am Sonntag, 25. Juli, 13 Uhr deutscher Zeit, bestreiten Thole/Wickler ihr erstes Gruppenspiel. Die ARD überträgt die Partie im Livestream, mehr dazu unter www.tokio.sportschau.de.

© SZ vom 24.07.2021
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