Im Norden der Stadt Starnberg tut sich was: Das „Moosaik“, das größte Bauvorhaben der Kreisstadt zwischen Moos-, Petersbrunner und Münchner Straße steht kurz vor dem Beginn. Auf einer Fläche von 3,5 Hektar sollen auf dem östlichen Teil des Gewerbegebiets am Rand des Leutstettener Mooses 16 unterschiedliche Gebäude mit insgesamt 80 000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen. Vergangene Woche rollten die ersten Bagger an.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, mit der Entkernung der Bestandsgebäude wurde bereits in der Vorwoche begonnen. Das geplante Quartier am Ortseingang der Kreisstadt ist eines der größten Bauvorhaben, das Starnberg je erlebt hat. In den nächsten fünf Jahren soll hier bis 2030/31 ein komplett neues Wohn- und Arbeitsviertel entstehen, mit 330 Wohnungen, Büros, Gastronomie, Dienstleistungsbetrieben, Hotel, sozialen Einrichtungen, Quartiersversorgung und Arztpraxen.
Für die Errichtung der ersten drei Gebäude (MOS 02, 03 und 05) mit darunter liegender Tiefgarage wurde nun vom Landratsamt die Baugenehmigung erteilt. Damit ist der Weg frei für den Bau der ersten drei gemischt genutzten Gebäude mit Mietwohnungen, Ateliers, Laden- und Büroeinheiten, Gastronomie und Tiefgarage. Die erteilte Baugenehmigung bezieht sich auf den ersten Bauabschnitt, der auch im Starnberger Bauausschuss bereits im September 2025 positiv bewertet wurde. Für das Gebäude MOS 01, das aufgrund der integrierten Kita als „Sonderbau“ klassifiziert ist, wird in Kürze eine gesonderte Genehmigung erwartet.

Derweil laufen die Vorbereitungen, vor dem Neubau erfolgt der Rückbau. Der weitere Zeitplan: Nach der Entkernung beginnt im nördlichen Teil zwischen Petersbrunner und Moosstraße der Abriss der Bestandsgebäude. Der offizielle Spatenstich zum Beginn des Tiefbaus ist für den Frühsommer vorgesehen. Läuft weiterhin alles nach Plan, könnte die Baugrube für den ersten Bauabschnitt bereits Mitte 2027 fertiggestellt sein. Die Grundsteinlegung folgt dann voraussichtlich im Herbst 2027. Parallel zum Start des ersten Abschnitts schreiten auch die Planungen für die Gebäude des zweiten Bauabschnitts (MOS 07, 08 und 12), die Hochgarage (MOS 04), der Hochpunkt im Zentrum des Areals (MOS 06) sowie im dritten Bauabschnitt für die Gebäude MOS 09, 10 und 11 sukzessive voran.
Mit dem komplett neugestalteten Areal entsteht ein nachhaltiges Umfeld für Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Die maroden Industriebauten aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren werden in einer ersten Phase durch insgesamt 13 Gebäude und großzügige Grünflächen ersetzt. Nach einem mehr als sechsjährigen Planungsprozess bilden insgesamt 19 Gutachten – von der Hydrologie bis zum Artenschutz – das fachliche Fundament für eine der derzeit größten Quartiersentwicklungen im Süden Bayerns mit vielfältiger Nutzung. In einer weiteren Phase sollen mit MOS 13, 14 und 15 entlang der Münchner Straße (Bundesstraße 2) im Süden des Areals drei weitere mehrstöckige Gebäude entstehen.

Das Projekt „Moosaik – das verbindende Quartier“ wurde erstmals Anfang 2020 öffentlich vorgestellt. Das Konzept traf auf positive Resonanz, von Beginn an liefen die Initiatorenfamilien Baasel, Houdek und Scherbaum mit ihrem Vorhaben offene Türen ein. Mittlerweile wächst das Interesse an den Gewerbeflächen: Zahlreiche Mietverträge befinden sich trotz des frühen Projektstadiums bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Initiatoren hatten ursprünglich für 2022/23 auf einen schnelleren Baubeginn für das ambitionierte Vorhaben gehofft. Einer forcierten Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landratsamt und Bauherren zum Trotz zog sich das Vorhaben in der Planungsphase aufgrund diverser bürokratischer Hürden dennoch in die Länge. Mit dem Rückbau des Bestands, der vor 60 Jahren quasi im Wildwuchs entstand, wird nun nach modernsten Erkenntnissen Platz gemacht für ein Wohn- und Arbeitsquartier, das als Starnbergs wichtigstes städtebauliches Projekt gilt.

