Ein bisschen heruntergekommen sieht er ja schon aus, der Starnberger Bahnhof am See. Als "abgerockt" würden junge Menschen vermutlich das historische Gebäude bezeichnen, das dereinst Architekt Friedrich Bürklein (1813 - 1872) ersann. Gleichwohl wäre der bayerische Baubeamte vermutlich nur wenig entzückt, wenn er die 1854 erstellte Bahnstation im Stil eines italienischen Palazzos 170 Jahre später sehen könnte.
Lange schon erwägt die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes, das Ensemble aufzupeppen. Ideen gäbe es genug, doch dabei blieb es bislang. Angesichts des jahrzehntelangen Stillstands möchten die beiden Architekten Marco Goetz und Walter Waldrauch das nun aber ändern: Sie wollen die zur Bahnhofstraße hin gewandte Loggia neu gestalten. Eine Spendenaktion hat seit November mehr als 35 000 Euro zusammengebracht, doch das reicht bislang nicht ganz.
Das Projekt "Loggia" soll nach Meinung der beiden Initiatoren Beispiel sein für die Möglichkeit, "hier und jetzt Verbesserungen im Stadtbild Starnbergs zu erreichen". Weil die Stadt aber nur sehr geringe finanzielle Möglichkeiten hat, sind Goetz und Waldrauch der Überzeugung, dass es das Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ihre Stadt braucht. Mithilfe von Spenden soll ihre spezielle Idee eines "Bürgerprojekts" Wirklichkeit werden.

Die Verschönerungsaktion bräuchte nach Ansicht von Goetz und Waldrauch nur ein paar Handgriffe: Elektrokästen, Gaszähler und Fernsprechapparate vor dem Haus sollen verschwinden, hinzu käme ein frischer Anstrich, Kugelleuchten an der Decke und eine neue Pflasterung für den Boden. Die Pläne sind mit dem Landesamt für Denkmalschutz abgestimmt. Rund 60 000 Euro wollen die beiden Architekten, die "pro bono" - also ohne Honorar arbeiten - zusammenbekommen. Die Hälfte des Projekts ist bereits gesichert, der Spendentopf ist aber noch nicht ganz voll.

Um das restliche Geld zu akquirieren, planen Goetz und Waldrauch nun, sich bei den Spendern am Donnerstag, 6. Juni, um 18.30 Uhr mit einem Empfang mit Konzert in der Loggia zu bedanken. Dazu wird das "Collectif Django" mit Raffael Müller (Gitarre), Daniel Fischer (Gitarre) und Julia Hornung (Kontrabass) aufspielen. Die Idee dahinter: Die Veranstalter laden die Spender ein, die wiederum Gäste mitbringen, die das Spendenkonto bei der Stadt Starnberg weiter füllen möchten.

