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Starnberg:An die Kandare

Die Stadt will per Baurecht das Gestüt Isarland sichern. Eine Initiative beobachtet das mit Misstrauen.

Das Gestüt Isarland am Rand von Percha ist nun öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Bis zum 26. Juli können sich Interessenten für das 41 Hektar große Areal bei der Stadt München melden. Verkauft wird gegen Höchstgebot, heißt es in dem Exposé, das das Kommunalreferat im Internet veröffentlicht hat. Als Bieter sind demnach ausdrücklich auch Organisationen willkommen, die satzungsgemäß den Tierschutz als Ziel haben oder Vereinigungen, die sich beispielsweise therapeutisch mit Mensch und Tier beschäftigen.

Gestüt Isarland in Percha

Bis Ende des Jahres wurden in Isarland Rennpferde gezüchtet, jetzt verkauft die Stadt München das Gestüt. Foto: Fuchs

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Bis Ende vergangenen Jahres war auf dem Gelände ein Zuchtbetrieb für Rennpferde angesiedelt. Eine Eichenallee führt auf den mächtigen Dreiseithof mit Gutshaus und Kirchtürmchen zu, der unter Denkmalschutz steht. Das landwirtschaftliche Anwesen liegt in einer malerischen Hügellandschaft in einer Rodungsinsel am Rande des Leutstettener Moos.

Wenn es nach der Starnberger Stadtverwaltung geht, sollte sich an diesem Gesamteindruck auch nach einem Verkauf möglichst wenig ändern. Wie berichtet, will sich die Stadt München von einem Teil dieses Grundbesitzes trennen. Mehrere Interessenten gibt es schon, darunter der Tierschutzbund; wer aber das Gestüt übernimmt und was dann damit geschehen soll, ist noch ungewiss. Um gewappnet zu sein für mögliche Änderungsabsichten, empfiehlt Stadtbaumeister Stephan Weinl einen Bebauungsplan, was am Donnerstag im Bauausschuss auch einstimmig beschlossen wurde. Ein wichtiges Ziel ist darin die "planungsrechtliche Sicherung des historischen Gebäudebestandes sowie der landschaftsprägenden Baumallee".

Mit großer Skepsis beobachtet eine Initiative mit dem Namen "Unser Isarland" die Bemühungen der Stadt. "Allergrößtes Misstrauen" empfindet die Sprecherin Sarah Voigt, die einen Bebauungsplan für überflüssig hält. In ihren Augen ist das eine "auffällig eilige und unnötige Vorgehensweise", wie sie in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung an die Presse schreibt, in der sie auch empfiehlt, den Plänen der Stadt "einen Riegel vorzuschieben". Die Initiative fordert, das Gelände dem Deutschen Tierschutzbund zur Verfügung zu stellen. In der Initiative besteht die Befürchtung, dass in Wirklichkeit die Absicht besteht, zusätzliche Bebauung zu ermöglichen.

Als "geradezu grotesk und völlig unbegründet" empfindet Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger solche Befürchtungen. Vielmehr sichere der Bebauungsplan die heutigen Verhältnisse rechtlich ab, die durch die Darstellung im Flächennutzungsplan der Stadt, durch die Landschaftsschutz- und FFH-Schutzgebietsverordnung sowie durch die Vorgaben des Denkmalschutzes gegeben sind.

Viel wäre auf dem Gelände im Außenbereich ohnehin nicht möglich, was über den Bestand hinausgeht. Sonderregeln gelten jedoch für die Belange der Landwirtschaft durch die sogenannte Privilegierung. Ausdrücklich will daher die Stadt im weiteren Planungsprozess beachten, ob Natur- und Landschaftsschutz baulichen Erweiterungen auch "privilegierter Natur entgegenstehen".