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Corona-Ausbruch in Starnberger Altenheim:"Das Virus ist schlimm"

Starnberg: Rmmelsberger Stift - Frank Hörmann

Wie das Virus ins Heim gekommen ist, kann sich der Leiter Frank Hörmann nicht erklären.

(Foto: Nila Thiel)

Vier Bewohner des Rummelsberger Stifts sind innerhalb weniger Tage gestorben, 27 haben sich angesteckt. Heimleiter Frank Hörmann richtet mit dem Gesundheitsamt eine Quarantäne-Station ein.

Von Carolin Fries

"Angespannt" nennt Frank Hörmann die Situation im Rummelsberger Stift in Starnberg. In Folge eines Ausbruchs von Corona in dem Altenheim sind am Wochenende zwei Bewohner gestorben, in den Tagen zuvor waren es ebenfalls zwei. Von den verbliebenen 27 infizierten Bewohnern mussten am Montagmorgen zwei in die Klinik verlegt werden, berichtet der Heimleiter. Die Symptome: Appetitlosigkeit, Fieber.

100 Menschen leben in dem Altenheim der Diakonie, der überwiegende Teil sei dement, so Hörmann. Die gestorbenen Bewohner seien "schwerst pflegebedürftig" gewesen und zwischen 80 und 90 Jahren alt. "Langjährige Bewohner", so Hörmann. Er kann sich nicht erklären, wie das Virus ins Heim kam. Infizierte Mitarbeiter hatte es zwar gegeben, diese seien aber längst alle aus der Quarantäne zurück. Womöglich der Weihnachtsbesuch? Er weiß es nicht. "Natürlich haben wir regelmäßig Tests gemacht", sagt er, "doch das sind ja nur Momentaufnahmen". So seien schließlich Anfang des Jahres auch die ersten Infizierten entdeckt worden. Bei der folgenden Reihentestung dann der große Schreck: 27 positive Bewohner aus zwei Wohnbereichen.

Am Wochenende hat Hörmann in Absprache mit dem Gesundheitsamt einen bis dato leeren Wohnbereich zum Pandemiebereich gemacht. Alle infizierten Bewohner mussten dorthin umziehen, "ein Kraftakt". Dort aber könnten sie sich uneingeschränkt bewegen, das sei wichtig. Drei Mitarbeiter würden nun ausschließlich in diesem Bereich die Betreuung übernehmen. "Die wechseln ständig ihre Schutzkleidung, tragen durchgängig FFP2-Masken, Schutzbrille, Kittel, Haube und Handschuhe." Unter den infizierten Bewohnern gebe es leichte und schwere Verläufe, "manche zeigen gar keine Symptome".

"Das Virus ist schlimm", sagt Hörmann. Er versteht deshalb die Sorge vieler Angehöriger, die sich nun täglich telefonisch nach der Lage und dem Gesundheitszustand ihrer Liebsten erkundigten. Man tue alles, um das Ausbruchsgeschehen einzudämmen. Schutzimpfungen gegen das Coronavirus haben im Rummelsberger Stift noch nicht stattgefunden, "ich habe auch noch keinen Termin", sagt Frank Hörmann. Der überwiegende Teil der Bewohner hat ihm zufolge Interesse an einer Impfung.

© SZ vom 12.01.2021
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