Starnberg:Luxusbauten in der Warteschleife

Starnberg: Die ehemalige Gärtnerei unterhalb der Almeida-Villa wird seit 2016 nicht mehr genutzt. Auf dem brachliegenden Gelände sollen Wohngebäude für gehobene Ansprüche entstehen.

Die ehemalige Gärtnerei unterhalb der Almeida-Villa wird seit 2016 nicht mehr genutzt. Auf dem brachliegenden Gelände sollen Wohngebäude für gehobene Ansprüche entstehen.

(Foto: Nila Thiel)

Auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei der Almeida-Villa sollen Wohngebäude entstehen. Doch ein Gerichtsurteil verzögert das Projekt - und damit eine saftige Finanzspritze für die Stadt.

Von Peter Haacke, Starnberg

Ein gutes Geschäft soll für die Stadt Starnberg die Veräußerung baureifer Grundstücke am Almeidaweg werden: Auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei unterhalb der Almeida-Villa, die schon seit 2016 nicht mehr betrieben wird, sollen in Top-Lage hochwertige Immobilien mit Blick auf See und Alpenkette entstehen. Die Hoffnung des Stadtrats allerdings, aus dem guten auch ein schnelles Geschäft zu machen, hat sich zerschlagen.

Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts (BVG) im Juli 2023, das eine Aufstellung von Bebauungsplänen im beschleunigten Verfahren für unzulässig erklärt hat, wird am Almeidaberg vorerst nichts passieren. Zudem ist weiterhin unklar, welchen finanziellen Gewinn die Stadt tatsächlich erzielen könnte. Die Stadtverwaltung soll nun verschiedene Optionen ausloten.

Noch im Vorjahr waren der Stadtrat und Bürgermeister Patrick Janick (CSU, UWG, SPD, BLS) optimistisch, das für rund fünf Millionen Euro erworbene Areal relativ zeitnah zu einem erhöhten Preis veräußern zu können. Die Kassen der verschuldeten Stadt sind leer, jede Zusatzeinnahme ist willkommen. Ende November hatte der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren beschlossen mit dem Ziel, den "villenartigen Charakter der südöstlich des Almeidawegs vorhandenen Bestandsbebauung" fortzuführen.

Vorteil des beschleunigten Verfahrens: Auf eine Umweltprüfung hätte ebenso verzichtet werden können wie auf eine schlichte Änderung des Flächennutzungsplans oder eine Ausgleichsregelung bei Eingriffen in Landschaftsbild und Naturhaushalt. Doch das BVG kassierte die Regelung. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben, müssen die Starnberger nun den "normalen" Weg zum Bebauungsplan gehen - und der ist mit durchschnittlich zwei Jahren Dauer erheblich länger.

Überdies scheint man sich im Stadtrat längst nicht einig zu sein, was da überhaupt gebaut werden soll. Favorisiert wird derzeit eine "Bebauung mit vier großzügigen Einfamilienhäusern", die in Nachbarschaft zu den übrigen Villen am Almeidaweg aus städtebaulicher Sicht als "am verträglichsten" gilt. Denkbar wären aber auch bis zu zehn Gebäude und ein vergrößerter Umgriff, der allerdings zu Lasten der umliegenden Grünflächen ginge.

Unklar ist auch, ob jedes der vier geplanten opulenten Häuser eine eigene Auffahrt bekommt oder ob eine zentrale Zufahrt die bessere Lösung wäre. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. In die Überlegungen einbezogen werden muss auch ein Fußweg, der sich vom Rücken des Höhenzugs am Almeidaberg bis zur parallel verlaufenden Straße erstreckt. Eine besondere Herausforderung für die Erschließung ergibt sich aus der Höhenlage des Almeidawegs.

Starnberg: Eine oder vier Zufahrten? Was wird mit dem Fußweg? Mitglieder des Bauausschusses - v.li. Christiane Falk, Josef Pfister, Rudi Zirngibl, Angelika Kammerl und Ludwig Jägerhuber - diskutieren mit Bauamtmitarbeiterin Nicola Gotthardt-de Caluwe die Möglichkeiten am Almeidaweg.

Eine oder vier Zufahrten? Was wird mit dem Fußweg? Mitglieder des Bauausschusses - v.li. Christiane Falk, Josef Pfister, Rudi Zirngibl, Angelika Kammerl und Ludwig Jägerhuber - diskutieren mit Bauamtmitarbeiterin Nicola Gotthardt-de Caluwe die Möglichkeiten am Almeidaweg.

(Foto: Nila Thiel)

Bei aller Ungewissheit über die Details des Vorhabens ist jedoch schon jetzt klar: Die Summe aller Faktoren hat Einfluss auf den Zugewinn der Stadt. Immerhin machten sich am Donnerstag einige Mitglieder des Bauausschusses die Mühe, die Lage vor Ort zu begutachten. Das Gremium billigte in der Sitzung vorerst den Entwurf mit vier Gebäuden und beschloss für den Bebauungsplan die Überleitung ins Regelverfahren. Welche Variante am Ende den größtmöglichen Gewinn verheißt, soll die Stadtverwaltung herausfinden.

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