Protest Die Antwort Starnbergs auf eine Großveranstaltung der AfD

Die Veranstalter (v.l.): Sissi Fuchsenberger, Martina Neubauer, Stefan Koch und Kerstin Täubner-Benicke.

(Foto: Nila Thiel)

Ein Bündnis organisiert vor der Europawahl eine "Woche der Demokratie" mit Musik, Kabarett und Diskussionen. Auf eine Konfrontation wird bewusst verzichtet.

Von Peter Haacke

Zu einer "Woche der Demokratie" lädt der "Starnberger Dialog" vom 19. bis 24. Mai ein. Die Veranstalter, die sich für ein friedliches Zusammenleben ohne Rassismus und Ausgrenzung einsetzen, wollen damit vor den Europawahlen am 26. Mai ein Zeichen für ein friedliches und geeintes Europa setzen.

Beteiligt sind unter anderem CSU, Junge Union, SPD, FDP, die Petra-Kelly-Stiftung und die evangelische Kirche. Anlass war, dass die AfD bei der Starnberger Stadtverwaltung eine Anfrage zur Vermietung der Schlossberghalle gestellt hatte. Was die Partei am 23. Mai tatsächlich plant, ist bislang unbekannt. Für Martina Neubauer (Grüne) steht jedoch fest, dass man angemessen reagieren müsse. Sie sei einem inneren Impuls gefolgt: "Ich muss was machen." Die Idee fand schnell Zuspruch. Pfarrer Stefan Koch erklärte bei der Programmvorstellung am Freitag: "Es war erstaunlich, dass es so problemlos geht."

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Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe findet am Sonntag, 19. Mai, ein Poetry-Slam-Workshop für Jugendliche unter dem Motto "The stage is yours" im Starnberger Jugendzentrum statt. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis 10. Mai per E-Mail an sophie.kompe@diewortakrobaten.com bewerben. Das Programm wird am Montag, 20. Mai, fortgesetzt mit dem Film "Drei Farben blau" im Gautinger Breitwand-Kino; im Anschluss ist ein Filmgespräch geplant. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung konzipiert.

Zwei Veranstaltungen finden am Dienstag, 21. Mai, statt: CSU und Junge Union organisieren eine Diskussion im Gasthaus Tutzinger Hof in Starnberg mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Sie steht unter dem Motto "Unser Europa - für Frieden und Freiheit auch in Zukunft". Zeitgleich lädt der SPD-Kreisverband ins Gilchinger Rathaus ein. Dort stellt sich die EU-Abgeordnete Maria Noichl der Frage, was sich junge Erwachsene von der Europäischen Union erwarten. "Heilige Klänge im Dialog" gibt es am Donnerstag, 23. Mai, in der Starnberger Friedenskirche zu hören; zur Aufführung kommen Bach-Choräle und Synagagogengesänge mit Nikola David und Bettina Strübel. Der Eintritt kostet zehn Euro.

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Zünftig, hintersinnig und satirisch wird es am Freitag, 24. Mai, in Höhenrain: Der SPD-Ortsverein hat den Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinn für einen Auftritt beim Altwirt engagiert. Das Motto des Abends mit Kabarett und Musik lautet: "Auf geht's zur Europa-Wahl". Der Eintritt kostet regulär 15 Euro, mit Ermäßigung zehn 10 Euro. Zum Abschluss folgt am Samstag, 25. Mai, um 17 Uhr auf dem Starnberger Kirchplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Impuls für Europa", an der auch Landrat Karl Roth und die Starnberger Bürgermeisterin Eva John teilnehmen wollen.

Für die Mitglieder des Starnberger Dialogs ist die Woche der Demokratie die bislang größte Veranstaltung. Bewusst habe man auf eine Konfrontation mit der AfD verzichtet, erklären die Organisatoren. Stattdessen wollen sie lieber Angebote unterbreiten, bei denen die "Bürger sich mit Demokratie auseinandersetzen können", sagte Neubauer. Von dieser Woche an werden 2000 Faltblätter mit dem Programm im Landkreis verteilt; außer Plakaten sollen auch Postkarten an Schulen und im Jugendzentrum mit Hinweis auf den Poetry-Slam verteilt werden. Sämtliche Informationen zur "Woche der Demokratie" finden sich auch im Internet unter www.starnberger-dialog.de.