Aktion Stadtradeln Achtung, radaktiv

Diesmal geht es bei der Aktion Stadtradeln um das Alltagsradfahren, also von Zuhause zum Büro. Die Aktion startet an diesem Sonntag.

(Foto: Jöran Zeisler)

Die Aktion Stadtradeln startet an diesem Sonntag, bisher haben sich 170 Teams dafür angemeldet. Um auch Kommunalpolitiker an die Pedale zu locken, hat der Landrat einen Preis ausgelobt

Von Christiane Bracht, Starnberg

Nach wochenlangem Dauerregen schaut manch engagierter Stadtradler etwas bang zum Himmel. Denn die Prognosen der Meteorologen verheißen nichts Gutes - zumindest für den Start der Aktion nicht. Kreis-Umweltberater Herbert Schwarz, der die Organisation des Stadtradelns federführend übernommen hat, nimmt dies aber sportlich: "Schlechter kann es nicht mehr werden", sagt er und hofft wenigstens auf ein paar trockene Stunden während der Eröffnungstouren. 170 Teams haben sich bereits fürs Stadtradeln angemeldet. "Im Lauf der ersten Woche steigt die Teilnehmerzahl rapide", weiß Schwarz aus Erfahrung. Und das sollte sie auch, denn die Organisatoren hoffen, doch mindestens so viele Leute zu aktivieren wie im Vorjahr. Und da hatten etwa 5000 für den Landkreis Starnberg Kilometer gesammelt.

Mitmachen ist einfach. Wer Interesse hat, kann sich unter www.stadtradeln.de registrieren. Diejenigen, die im vergangenen Jahr bereits mitgemacht haben, können sogar ihre alte Kennung einfach weiterverwenden. Falls jemand Probleme mit dem Internet haben sollte oder auch andere Fragen hat, so kann er sich vertrauensvoll an den Koordinator im Ort wenden. Im Internet werden die Kilometer angegeben, die man in der Zeit von Sonntag, 19. Juni, bis einschließlich Samstag, 9. Juli, mit dem Rad zurückgelegt hat. Eine Kontrolle gibt es nicht. Das System basiert auf Vertrauen. Auch E-Bikes und Pedelcs bis 25 Stundenkilometer sind zulässig. Wer das unsportlich oder gar ungerecht findet, beziehungsweise das Kilometersammeln als sinnlos anprangert, dem sei gesagt: Beim Stadtradeln geht es vor allem darum, das Rad als Alternative zum Auto im Alltag zu entdecken und auch zu nutzen. Es geht nicht um sportlichen Ehrgeiz. Es geht vielmehr, darum einen Anreiz zu schaffen, seine Gewohnheiten zu ändern und während der drei Wochen, in denen die Gemeinden Kilometer sammeln, den Radverkehr in den Fokus der Leute rücken - auch derer, die eher passionierte Autofahrer sind. In den vergangenen Jahren hat manch einer die Vorzüge des Radelns wiederentdeckt: keine Staus, keine aufwendige Parkplatzsuche und sogar Bewegung in schöner Umgebung. Und so heißt das diesjährige Motto der Aktion: "Freizeit ab dem ersten Meter". Viele Firmen haben sich bereits eingetragen, um wieder beim Stadtradeln dabei zu sein. Bei DLR, TQ Systems und 3M Espe ist die Aktion jedes Jahr ein Erfolg. Um mehr Firmen zum Mitmachen zu bewegen, sucht die Stadt Starnberg heuer die radaktivste Firma. Als Belohnung sind fünf Fahrradhelme ausgelobt.

Der Landrat hat indes einen Preis für das radaktivste Kommunalparlament ausgelobt in Höhe von 2000 Euro. 25 Kommunalpolitiker von insgesamt 360 haben sich aber erst gemeldet. "Zu wenig", finden die Organisatoren. "Ihr Engagement hat Signalwirkung und ist deshalb wichtig", sagt Gerhard Sailer, einer der Organisatoren. Zudem sei es gut, wenn die Gemeinderäte aus eigener Erfahrung wissen, an welchen Stellen es für Radler schwierig ist, und mehr Verständnis entwickeln für künftige Planungen.

Zum Start des Stadtradelns am Sonntag haben die Würmtalgemeinden eine Rundtour geplant, die um 11 Uhr am Gautinger Rathaus beginnt und durch Krailling, Neuried, Gräfelfing und Planegg zurück zum Ausgangspunkt führt, wo dann das Umweltfest "Gauklers" beginnt. Auch die Feldafinger und Starnberger wollen dorthin und starten um 13 Uhr am Feldafinger Bahnhof beziehungsweise um 14 Uhr am Starnberger Kirchplatz. Die Herrschinger haben sich eine kleine Ammerseerunde für Familien vorgenommen von 10 Uhr an am Bahnhof. Die Pöckinger fahren um 11.30 Uhr vom Raiffeisenplatz los zum Maisinger Seehof. Für alle Teilnehmer gibt es übrigens einen Brotzeitgutschein. Sailer führt die Weßlinger Radler zu den Neuerungen des vergangenen Jahres für den Radverkehr. Und am Bahnhof in Steinebach startet um 10 Uhr die Vier-Seentour vom Wörthsee zum Ammersee. Wer es sportlicher mag, kann sich dem ADFC anschließen - Start um 9 Uhr am Marktplatz in Gilching oder um 9.30 in Weßling.