Die Saison ist eröffnet, das Fahrrad steht auch diesen Frühling wieder ganz oben auf der Liste der meistgenutzten Fortbewegungsmittel. Denn ein Zweirad hat durchaus Vorteile: Mit dem Radl erreicht man staufrei sein Ziel, selten nur muss man einen Parkplatz suchen, so gut wie nie verursachen Fahrräder Lärm und Gestank. Und immer nützt das Radeln auch der Gesundheit und entlastet die Umwelt. Landratsämter und Kommunen bewerben daher schon jetzt die bundesweite Stadtradel-Aktion, die 2008 ins Leben gerufen wurde. Die Termine in den Landkreisen rund um München sind allerdings nicht einheitlich.
„Jeder, der Fahrrad fährt, tut etwas fürs eigene Wohlbefinden, die Lebensqualität im Landkreis und – gerade bei den aktuellen Spritpreisen – auch noch etwas für seinen Geldbeutel“, erklärt etwa der Starnberger Landrat Stefan Frey, der gemeinsam mit vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern wieder zum Mitmachen aufruft. Seit Jahren erfreut sich das Stadtradeln zunehmender Beliebtheit, allein schon deshalb, weil der motorisierte Verkehr als Belastung empfunden wird. Allerdings steht dieser Umstand zuweilen im krassen Gegensatz zur Zufriedenheit mit Radwegen oder der Verkehrssicherheit.
Bundesweit nahmen 2025 mehr als 1,2 Millionen Menschen aus rund 3000 Kommunen am Stadtradeln teil und legten insgesamt mehr als 237 Millionen Kilometer zurück – ein neuer Rekord. Freilich lässt sich über den rein sportlichen Aspekt des Wettbewerbs streiten: Niemand kontrolliert die Angaben der Teams. Wie und wo die Kilometer zustande kommen – in der Stadt oder bei Überlandtouren –, ist ebenso ungewiss wie die Frage, ob die Kilometer mit reiner Muskelkraft, per E-Bike oder Pedelec gefahren wurden. Die Organisatoren können daher nur an die Ehrlichkeit der Teilnehmenden appellieren.
Aber darum geht es im Kern auch gar nicht: Vielmehr soll das Fahrrad als vollwertiges und alltagstaugliches Fahrzeug ins Bewusstsein gerückt werden. Aus gutem Grund unterstützen Landratsämter und Kommunen die Aktion nach Kräften: Durch aktive Radler erfahren sie von Lücken im Radwegenetz und erhalten Verbesserungshinweise.

Die Aktion startet bundesweit am 1. Mai, eine Anmeldung ist bereits jetzt möglich. In der Region fällt der Startschuss am Samstag, 2. Mai, im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (bis 22. Mai). Im Sommer folgen die Landkreise Freising, München, Starnberg (14. Juni bis 4. Juli) und Dachau (15. Juni bis 5. Juli). Zudem fällt die Radsternfahrt des ADFC-Kreisverbands München mit dem Beginn des Stadtradelzeitraums am Sonntag, 14. Juni, zusammen. Veranstaltungsablauf, Treffpunkte, Startzeiten und Streckenführung stehen noch nicht fest. Zuletzt werden in den Landkreisen Ebersberg (20. Juni bis 10. Juli), Fürstenfeldbruck (21. Juni bis 11. Juli) und Erding (28. Juni bis 18. Juli) Kilometer gesammelt.
Mitmachen kann jeder, der in einem der Landkreise wohnt, arbeitet, einem Verein angehört oder zur Schule geht. Man kann ein eigenes Team bilden oder in einem Team mitradeln. Firmen, Vereine, Behörden und Schulen sind ebenso zur Teilnahme aufgerufen wie Stadt- und Gemeinderäte, es gibt separate Wertungen. Das Ziel ist stets das Gleiche: Im jeweiligen Aktionszeitraum möglichst oft aufs Rad zu steigen und die gefahrenen Strecken – ehrlich geschätzt oder per Stadtradeln-App gemessen – zu notieren. Zudem können mit der App oder auf einer Meldeplattform Gefahrenstellen und Anregungen gemeldet werden: ein Beitrag zur Verbesserung der Radinfrastruktur oder Beschilderung. Alle Informationen zur Aktion finden sich online unter www.stadtradeln.de. Die Registrierung über eine interaktive Karte ist simpel und erfolgt in nur drei Schritten.

