Gemeinde Berg:Abgespeckt

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Gemeinde Berg: Im Süden des Spielfeldes soll das neue Sport- und Funktionsgebäude des MTV Berg entstehen.

Im Süden des Spielfeldes soll das neue Sport- und Funktionsgebäude des MTV Berg entstehen.

(Foto: Volker Cornelius/oh)

Der MTV will sein geplantes neues Sport- und Funktionsgebäude am Ortsrand retten und spart nun kräftig ein, weil die Kosten ansonsten aus dem Ruder laufen würden.

Von Sabine Bader, Berg

Dass Fußballtraining anstrengend ist, lässt sich nicht leugnen. Dass man danach aber noch einen Fußmarsch von gut einem Kilometer vor sich hat, um unter die Dusche zu kommen, das ist schon eine Berger Spezialität. Trainieren also die Jüngsten auf dem Kunstrasenplatz am Huberfeld, gibt es dort bislang weder Umkleide- noch Duschmöglichkeiten. Sie marschieren dann quer durch den Ort zum Lohacker. Seit vor gut 14 Jahren der neue Sportplatz im Norden der Gemeinde entstand, ist das nun so. Und noch immer wartet und hofft der Männerturnverein Berg - kurz MTV - auf ein Sport- und Funktionsgebäude. Bislang vergebens.

Jetzt schnellen auch noch die Baupreise in die Höhe. Kein Wunder also, dass der MTV angesichts dessen seine Chancen auf einen zügigen Baubeginn schwinden sah. Zumal die Gemeinde andere Mammutaufgaben, etwa den Rathausneubau, stemmen muss. Darum hat sich der Sportverein auf Anregung von Rathauschef Rupert Steigenberger (BG) noch einmal mit seinem Architekten Volker Cornelius zusammengesetzt und die Planung deutlich abgespeckt: Der Keller ist jetzt gestrichen, der Lift auch und die aufwendige Lüftungsanlage ebenfalls.

Gebaut werden soll in zwei Bauabschnitten

Jetzt sind zwei getrennte Gebäude im Süden des Fußballplatzes geplant - eines für die Sportler, eines für die Schützen, die wegen eines Brandes im Manthal vor Jahren ihre sportliche Heimat verloren haben. Das hat zwei Vorteile: Zum einen fungieren die Baukörper als Lärmschutz hin zur Wohnbebauung, zum anderen kann in zwei Bauabschnitten gebaut werden, was wiederum die Kosten drosselt. Dass der MTV mit seinem 1,7 Millionen Euro teuren Bau Priorität hat, daran ließen die Gemeinderäte in der Sitzung am Dienstagabend keinen Zweifel. Das Gebäude für die Schützen (490000Euro) muss noch warten. Die Gemeinde wird den MTV-Neubau mit 1,2 Millionen Euro bezuschussen, der Bayerischen Landessport-Verband (BLSV) hat laut MTV-Chef und Zweitem Bürgermeister Andreas Hlavaty (CSU) 200000 Euro zugesagt, der MTV selbst steuert 120000 Euro bei. Für die im ersten Stock geplante Hausmeisterwohnung gebe die Gemeinde dem MTV ein Darlehen, erklärte Hlavaty. Der Verein will die Räume dann über Mieteinnahmen finanzieren.

In früheren Zeiten besaß der MTV sogar schon mal eine eigene Sporthalle. Der Verein gab sie vor Jahrzehnten freiwillig auf, weil die Gemeinde das Grundstück benötigte, um darauf einen Kindergarten zu bauen. Dafür erhielten die Sportler die Zusage vom damaligen Bürgermeister, dass am "Huberfeld" Ersatz geschaffen werde. Auch eine Millionen-Spende zur Anschubfinanzierung machte die Sache nicht zügiger. Die Spende ist über die Jahre laut Hlavaty schwer geschrumpft und in der Hauptsache für Planungen und Umplanungen verwendet worden. Doch wenn man das Projekt jetzt nicht angehe, "können wir es in die Tonne treten", glaubt er. Das will aber keiner der Gemeinderäte. Sie nahmen die geänderten Pläne wohlwollend zur Kenntnis. Schließlich hat der MTV rund 1300 Mitglieder, gut die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Allein die Fußballjugend zählt 200 Aktive.

Wegen der geänderten Pläne muss jetzt der Bebauungsplan geändert werden. Hlavaty hofft auf einen Baubeginn im Sommer 2023. Dann könnte das hölzerne Gebäude laut Architekt Cornelius in "einem halben Jahr stehen".

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