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Sport:SZ-Lauf fällt ins Wasser

SZ-Lauf Rund um den Weßlinger See

Raus aus den Laufschuhen, rein in die Pantoffel: Der SZ-Lauf fällt heuer wegen der Ansteckungsgefahr durch den Coronavirus aus.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Organisatoren des SC Weßling sagen Sportereignis ab. Aus ihrer Sicht kommt eine Verlegung in den Herbst nicht in Frage

Schweren Herzens haben sich die Organisatoren des ausrichtenden SC Weßling entschlossen, aufgrund der Corona-Krise bereits jetzt den für Sonntag, 17. Mai, terminierten 26. SZ-Lauf rund um den Weßlinger See abzusagen. Nicht stattfinden wird wie unzählige Sportevents im Landkreis auch die Bayerische Duathlon-Meisterschaft am Sonntag, 3. Mai, die seit etlichen Jahren der TV Planegg/Krailling in Krailling ausrichtet.

"Wir wollten unsere Unkosten in Grenzen halten, zumal wir jetzt ja noch gar nicht wissen, ob wir das Ding überhaupt grundsätzlich durchziehen dürfen", meint Carsten Neder, der als Nachfolger von Tilo Schnur heuer erstmalig als Cheforganisator des SZ-Laufs fungiert. Schnur hatte diesen Job aus beruflichen Gründen abgegeben. So mussten bereits Anmeldegebühren für das Event beim bayerischen Landessportverband (BLSV) bezahlt werden, auch die Firma, die für die Zeitnahme zuständig ist, wird trotz der Absage einen Teilbetrag einfordern. Mit dem Roten Kreuz stehe er aktuell in Verhandlungen, berichtet Neder, ein Vertrag bezüglich der Sanitätsbetreuung für den Wettkampftag war schon vor Wochen unterzeichnet worden. Zum Glück habe man aber rechtzeitig das Herstellen der Plaketten für die jeweils drei Erstplatzierten quer durch alle Altersklassen sowie der Siegerpokale stoppen können, was insgesamt eine hohe dreistellige Summe einspare.

Ein Hoffnungsschimmer: Der BLSV hat auf seiner Homepage dieser Tage erklärt, dass Vereine wie beispielsweise der SC Weßling oder der TV Planegg/Krailling sich auf seinem Online-Meldeportal rühren sollen. Es gelte dann zu klären, ob der Verband den Klubs finanziell unter die Arme greift. Der Dachverband des Bayerischen Sports steht aktuell mit der Staatsregierung in Verhandlungen bezüglich eines Hilfsfonds. Was auch vielen andere Klubs des Fünfseenlands helfen würde, deren Sportbetrieb ebenfalls gestoppt ist.

Hauptgrund für die Absage des SZ-Laufs war laut Neder der Schutz der Sportler und der zahlreichen Helfer vor einer Corona-Infektion. "Es ist für mich nicht vorstellbar, dass da heuer beispielsweise beim Zehn-Kilometer-Lauf wie in den vergangenen Jahren um die 500 Läuferinnen und Läufer am Start stehen, die nur Zentimeter voneinander getrennt sind. Es wäre auch unverantwortlich gewesen, einen Zwergerllauf für teilweise Fünfjährige zu veranstalten", erklärt Neder. Hätte der Verein an dem Lauf festgehalten, wäre ein "Geisterevent" die Folge gewesen - und ein finanzielles Debakel für den Ausrichter.

Zunächst habe das Organisationsteam überlegt, das Event in den Herbst zu verschieben, sich dann aber entschlossen, erst 2021 wieder als Ausrichter anzutreten. Der Grund laut Neder: "eine Kannibalisierung" mit anderen Events im September oder Oktober wie dem Starnberger Landkreislauf, den München-Marathon oder dem Germeringer Volkslauf - vorausgesetzt, derartige Veranstaltung dürften wieder stattfinden. "Da würde dann sicherlich noch die eine oder andere Veranstaltung kurzfristig dazu kommen, und jeder nimmt jedem Teilnehmer weg", mutmaßt Neder, der für 2020 eine Neuerung im Wettkampfangebot geplant hatte. Es sollte eine Premiere eines Trial-Laufs über zwölf Kilometer geben, bei dem mit Start und Ziel am Weßlinger Sportplatz unterwegs Bergauf- und Bergab-Passagen eingeplant waren.

"Wir wissen ja alle nicht, ab wann wieder Wettkämpfe stattfinden können", sagt Neder, "eine Planungssicherheit fehlt so vollkommen, daher wird es nach 2015, als wir nicht genügend Helfer hatten, leider zum zweiten Mal ein Seelauf ausfallen."

© SZ vom 07.04.2020

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