Mit gemischten Gefühlen sehen die Leiter der Polizeiinspektionen im Landkreis Starnberg dem bevorstehenden Jahreswechsel entgegen: Einerseits gelten seit Dienstag im Freistaat verschärfte Kontaktbeschränkungen, die nur noch Treffen von höchstens zehn Geimpften und Genesenen erlauben. Andererseits drängt sich die Frage auf: Wie sollen die Beamten die Vorgaben überwachen, zumal der Jahreswechsel oft genug einhergeht mit übermäßigem Alkoholkonsum und die Enthemmung der Feiernden mit sich bringt?
Fest steht schon jetzt: An Silvester werden überall im Fünfseenland wieder "zusätzliche Kräfte im Einsatz sein", sagt der Starnberger Polizeisprecher Oliver Jauch. Besonders im Auge behalten wolle man "publikumsträchtige Plätze" und Menschenansammlungen mit mehr als zehn Personen. "Und dann gehen wir auf die Leute zu und reden", sagt Jauch. Was in der Nacht besonders zähle, seien "Aufmerksamkeit und Augenmaß". Auf eine ähnliche Taktik setzt Jürgen Dreiocker, Chef der Inspektion Germering, die auch für Gilching zuständig ist. Er beruft sich auf Erfahrungswerte und hofft darauf, "dass es Silvester nicht dramatisch schlechter wird als im Vorjahr". Gefragt seien Kommunikation und Fingerspitzengefühl. Zwar herrsche gerade bei Jugendlichen in Feierlaune ein gewisses Aggressionspotenzial, doch meistens gelinge es, die Gemüter zu beruhigen. Und "manchmal stößt man auch auf Einsicht". Sichtbare Präsenz mit zusätzlichen Streifen will auch Inspektionschef Andreas Ruch in Gauting zeigen: Nach den Erfahrungen im Vorjahr - "da ist mir nicht bange" - hielten sich die Leute im Großen und Ganzen an die Vorgaben.
Das Landratsamt hat für den bevorstehenden Jahreswechsel nach Rücksprache mit Gemeinden und Polizei keine Allgemeinverfügung erlassen. Es gibt somit weder ein generelles Alkoholverbot noch ein Verbot zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik - sofern überhaupt vorhanden nach dem bundesweiten Verkaufsverbot.