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Sicherheit:Kleine Helfer im Wasser

Die Wasserwachtler Wolfgang Burger, Jule Heuchert und Benedikt Wischnewski (von links) üben mit den Kindern das Schwimmen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Wörthseer Wasserwacht und Rotary bringen Kindern in einem speziellen Training das richtige Verhalten im und am See bei

Eine vermeintlich bewusstlose Sechsjährige liegt auf dem Boden, da kommt auch schon ihr achtjähriger Bruder zur Hilfe und legt sie in die stabile Seitenlage. Diesmal nur zur Übung, aber für den Ernstfall sind die Kinder jetzt bereit. In Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Wörthsee hat die Wasserwacht sechs Kindern im Alter von sechs und acht Jahren den Umgang am und im Wasser beigebracht. Hintergrund der Aktion ist, dass Ertrinken immer noch die häufigste Todesursache bei unter Fünfjährigen ist. "Es ist gut, wenn die Kinder ein Gefühl dafür bekommen, wie sie sich am Wasser verhalten sollen" erklärt Jule Heuchert, Freiwillige der Wasserwacht und Organisatorin des Schwimmsicherheitstrainings für Kinder.

Fünf Buben und ein Mädchen lernen Erste Hilfe, die Baderegeln und die Wasserwache am Wörthsee kennen. Danach geht es noch zum Schwimmtraining ins Wasser.

Pärchenweise können sie sich jede der Stationen ansehen. Zwei der sieben Retter, Gabriel und Ole, beide 13 Jahre alt, zeigen den Kindern, wie sie einen bewusstlosen, aber atmenden Menschen in der stabilen Seitenlage bis zur Ankunft der Rettungskräfte sichern können. Die zwei 13-Jährigen sind seit fünf Jahren bei der Wasserwacht. "Es macht echt Spaß", meint Gabriel. Ein Nachwuchsproblem hat die Ortsgruppe, im Gegensatz zu einigen anderen Vereinen, sicher nicht. Organisatorin Heuchert meint: "Nur Erwachsene können einfach so kommen, für die Kinder- und Jugendgruppen gibt es lange Wartelisten. Wir haben eher das Problem, dass das Personal knapp wird." Maren Münkel, die das Sicherheitstraining gemeinsam mit Andreas Koschlig bereits zum zweiten Mal auf Seiten des Rotary Clubs organisiert, stellt eine mögliche Förderung der Jugendarbeit in Aussicht. Die Rotarier unterstützen die Freiwilligen bereits mit Spenden für Equipment, und versorgen sie kulinarisch.

"Nein, das ist zu kalt!", ruft ein Bub, aber nach ein bisschen Überzeugungsarbeit der Wasserwachtler geht auch er in den See. Während manche im seichten Wasser im Uferbereich sitzen und die Bewegungsabfolge der Schwimmzüge lernen, schwimmen die erfahreneren Seepferdchenträger weiter hinaus, bis zum Rettungsboot. Weil viele Anleiter dabei sind, bekommt jedes Kind individuelle Ratschläge, wie es seine Technik verbessern kann. Auch an die Eltern werden die Tipps weitergegeben.

Die Wasserwacht Wörthsee hat 56 Wasserwachtkinder und -jugendliche, sowie 30 ehrenamtliche Seeretter, die die Wache an Wochenenden und Feiertagen besetzen. Bei Notfällen unter der Woche werden sie durch einen Piepser benachrichtigt und verlassen ihre Arbeitsplätze, um auszurücken.