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Sexueller Missbrauch:Zentrales Hilfsangebot

Ausschuss will Beratungsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs

Opfer sexuellen Missbrauchs sollen künftig im Landkreis Starnberg fachlichen Rat finden: Der Jugendhilfeausschuss hat sich dafür ausgesprochen, eine Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Der Landkreis soll dazu Mittel in Höhe von 100 000 Euro zur Verfügung stellen und einen geeigneten Träger suchen. Bisher wurde in solchen Notfällen oft auf bereits existierende Stellen in Weilheim oder München verwiesen, hieß es.

Bisher gibt es im Kreis Starnberg keine Beratungsstelle mit speziell ausgebildetem Personal und Fachwissen. Die Mitarbeiter fühlen sich den Herausforderungen oft nicht gewachsen, der Verweis auf Stellen außerhalb des Landkreises ist auf Dauer aber schon wegen der steigenden Zahlen nicht möglich, erklärte Christine Geissler, Leiterin des Fachbereichs für Jugendarbeit und Erziehungsfragen.

Laut Kriminalstatistik der Polizei wurden im Vorjahr bundesweit 40 Kinder pro Tag Opfer sexualisierter Gewalt. Etwa 100 Fälle seien es im Landkreis; das ergaben laut Geissler Erkundigungen im Jugendamt und bei verschiedenen Beratungsstellen. Hinzu könnten Fälle kommen, die nicht bekannt wurden. In den beiden Vorjahren waren die Zahlen wesentlich geringer. CSU-Kreisrätin Eva-Maria Klinger (Stockdorf) wies im Ausschuss darauf hin, dass die Beratungsstelle möglichst zentral im Landkreis angesiedelt werden solle, wegen der Hemmschwelle aber nicht im Landratsamt selbst. Mit dem Thema befassen sich auch Kreisausschuss und Kreistag in ihren Sitzungen im Juli.

© SZ vom 28.06.2019 / rzl

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