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Seeshaupt:Streit um Supermarkt

Gemeinde gibt Untersuchung in Auftrag, um Standorte zu ermitteln

Die Diskussion um einen neuen Supermarkt wird weiter erbittert geführt, eine neue Untersuchung soll nun mögliche Standorte ausfindig machen. Das war das Ergebnis einer gut einstündigen Debatte im Gemeinderat, zehn der anwesenden 15 Räte stimmten dafür. Die Analyse der Nahversorgungssituation der Gesellschaft für Marktanalyse (GMA) in München, die "die Entwicklung eines zeitgemäßen Lebensmittelsupermarktes" empfiehlt, war zuvor einstimmig zur Kenntnis genommen worden. Die Diskussion war dagegen, wie schon in der vorangegangenen Sitzung, vielstimmig. Ulrike Xylander (GrAS) verwies darauf, dass der nächste Supermarkt in Bernried nur fünf Kilometer entfernt sei, auch von Jenhausen oder Magnetsried aus. Ihre Fraktion spreche sich gegen einen neuen Markt aus: "Wir wollen nicht verantwortlich sein, für den langsamen Niedergang der kleinteiligen Ladenstruktur," sagte sie. Bernd Habich, Bürgermeisterkandidat der PfB, stellte die Frage, wer denn garantiere, dass die kleinen Läden in zehn Jahren noch da seien. Armin Mell (FDP) warnte vor dem "Oligopol und der überbordenden Marktmacht der Ketten". Die Erzeuger von Lebensmitteln müssten davor geschützt werden. Christian Tomulla (CSU) sagte dagegen, er sei sprachlos: "Wir haben doch einen klaren Auftrag - aber der Bürger kann ja dann eh bald abstimmen". Stefan Müller (PfB) mahnte, es müsse sowohl den Einzelhändlern als auch den Bürgern, die sich eine Verbesserung wünschen, geholfen werden. Fritz Egold (SPD), der bei den Kommunalwahlen für die CSU als Bürgermeister kandidiert, schlug einen Arbeitskreis vor, fand dafür aber keine Unterstützer, ebenso wenig wie Bürgermeister Michael Bernwieser (PfB) für seinen Vorschlag, erst einmal nur grundsätzlich den Bau eines Marktes zu beschließen. Der Auftrag zur Standortanalyse sollte in nichtöffentlicher Sitzung vergeben werden.

© SZ vom 11.02.2020 / Kiah
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