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Seeshaupt:Blendgranate explodiert am Starnberger See

Unweit der Anlegestelle in Seeshaupt detonierte die Granate laut Polizei.

Unweit der Anlegestelle in Seeshaupt detonierte die Granate laut Polizei.

(Foto: Arlet Ulfers)

Ein Baggerfahrer hebt den Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bei Arbeiten in Seeshaupt aus - und hat riesiges Glück.

Bei Bauarbeiten am Ufer des Starnberger Sees in Seeshaupt ist eine US-amerikanische Blendgranate aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Ein 25-jähriger Baggerfahrer aus dem Chiemgau hatte den Blindgänger laut Polizei am Mittwoch gegen 9.15 Uhr nahe des Dampferstegs ausgehoben, wobei er zündete. Da sich die Granate noch unter Wasser befand, rauchte sie nach Angaben von Augenzeugen kurz und brannte aus. Verletzt wurde niemand. Eine Detonation über Wasser hätte laut Polizei gravierende Folgen haben können.

Der Fund löste einen Großeinsatz aus: Die Polizei räumte und sperrte die Seepromenade, die Feuerwehr evakuierte Häuser im Umkreis von 150 Metern, davon waren 30 Anwohner betroffen. Rettungskräfte hielten sich bereit. Hauptstraße und St.-Heinricher-Straße wurden abgeriegelt. Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es laut Polizei nicht. Auf dem Starnberger See errichteten Wasserschutzpolizei und Wasserwacht eine Sperrung rund um die Fundstelle. Der Schiffsverkehr wurde in Seeshaupt eingestellt.

Das Kampfmittelentsorgungskommando sicherte die Reste der phosphorhaltigen Granate. Die Spezialisten stellten fest, dass diese einen Wirkungskreis von 30 Metern hatte. Durch die Auslösung unter Wasser konnte sich die Sprengkraft jedoch nicht voll entfalten. Austretendes Phosphor kann schwere Verbrennungen verursachen.

Die Anwohner konnten gegen 12.30 Uhr in ihre Häuser zurückkehren. Der Badebereich bleibt vorerst gesperrt, weil ihn eine Spezialfirma nach weiteren Blindgängern absucht.

© SZ vom 30.07.2020 / dac
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