Seefeld/Starnberg Skeptischer Landrat

Karl Roth betrachtet Klinikbau an Eichenallee als "schwierig"

Der Seefelder Bürgermeister Wolfram Gum will sich am Donnerstag zur Klinik Seefeld und ihren Erweiterungsmöglichkeiten öffentlich äußern. Landrat Karl Roth hat es schon an diesem Montag getan. Er hatte die Initiatoren des Bürgerbegehrens, die Seefelder Bürgerinitiative Eichenallee (BI), sowie die Vorsitzenden der Kreisgruppen von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV), Günter Schorn und Horst Guckelsberger, zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Bei dem Gespräch war auch Kreisbaumeister Christian Kühnel dabei.

Wie die BI berichtet, seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass das Krankenhaus in Seefeld vorrangig am derzeitigen Standort erhalten bleiben solle. Landrat Roth bestätigte zudem, dass bei der Herausnahme der Fläche an der Eichenallee aus dem regionalen Grünzug eine Zweckbindung für einen Neubau der Klinik keine bindende Wirkung habe. Das wunderte die BI doch sehr, da die Zweckbindung für den Gemeinderatsbeschluss im Mai maßgeblich gewesen war. Roth ist übrigens Verbandsvorsitzender des regionalen Planungsverbands. Horst Guckelsberger (LBV) wies darauf hin, dass die Fläche westlich der Eichenallee und östlich der Bahnlinie als städtebaulich bedeutsames Trenngrün unangetastet bleiben sollte. Landrat Roth bestätigte, dass dort eine Bebauung wegen der unmittelbaren Nähe eines FFH-Gebiets "schwierig" sei. Laut BI erklärte der Landrat weiter, dass der Standort-Vorschlag auch nicht von ihm gekommen sei. Mit anderen Worten: Roth sieht diesen Standort ebenfalls mit einer gewissen Skepsis.

Günter Schorn (BN) schlug eine "weitsichtige" Raumplanung vor. Er merkte an, dass die im Mai an den Tag gelegte Eile bei der Beschlussfassung der Gemeinde nicht nötig gewesen wäre. In anderen Gemeinden seien Anträge über Herausnahmen aus regionalen Grünzügen auch außerhalb der nur alle fünf Jahre stattfindenden Gesamtfortschreibung des Regionalplans möglich. Ildiko Gaal-Baier (BI) lobte die vom Regionalen Planungsverband durchgeführte Bürgerbeteiligung. Fazit des Treffens für Natur- und Umweltschützer: Ein so großer Eingriff in Seefelds Raumstruktur müsse gründlicher und im Dialog mit den Bürgern aufbereitet werden.