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Seefeld:Nur eine Idee

Gut Delling: Kommunalreferat München liegt keine Anfrage vor

Hat der Geschäftsführer des Unternehmens TQ Systems wirklich mit einem der Münchner Bürgermeister und dem Kommunalreferat der Landeshauptstadt über eine mögliche Ansiedlung von Gewerbe aufeinem städtischen Acker auf Gut Delling gesprochen? Detlef Schneider hat dies in der jüngsten Seefelder Gemeinderatssitzung bestätigt. Es gebe zwar noch keine Verhandlungen, aber die Idee sei auf Wohlwollen gestoßen, sagte er.

Die Bürgerinitiative Eichenallee, die zusammen mit dem Bund Naturschutz vehement gegen ein Gewerbegebiet im Aubachtal kämpft, bezweifelt das. Mitglied Helmut Ronstedt habe auch in München angerufen. Dort sei jedoch nichts bekannt vom Vorstoß Schneiders, hieß es von Seiten der Grünen in der Gemeinderatssitzung. Auf Anfrage der SZ äußert sich das Kommunalreferat in der Landeshauptstadt so: "Die am Gut Delling ansässige Firma hat angeblich eine landwirtschaftliche Fläche am Gut Delling als mögliche Gewerbefläche ins Spiel gebracht. Die Stadtgüter München und das Kommunalreferat wurden im Vorfeld darüber nicht informiert. Die Idee wurde uns lediglich kurz vor Weihnachten telefonisch mitgeteilt. Eine offizielle Anfrage liegt uns nicht vor", schreibt Birgit Unterhuber, Pressereferentin des Kommunalreferats.

Die Stadt habe lediglich dem Bau eines zusätzlichen Gebäudes auf der Hofstelle zugestimmt - allerdings nicht auf landwirtschaftlicher Fläche. Einer Erweiterung von TQ Systems hatte die Gemeinde bereits vor längerer Zeit zugestimmt. Grundsätzlich habe die Gemeinde die alleinige Planungshoheit. Insofern liege eine mögliche Ausweisung eines Gewerbegebietes in deren Zuständigkeit, ebenso die Bewertung, ob dies überhaupt in einem geschützten Gebiet möglich wäre. Die Stadtgüter München jedenfalls "verkaufen keine Flächen am Gut Delling".

© SZ vom 20.01.2020
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