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Seefeld:Mobilfunkmast im Wasserschutzgebiet

Es geht um zwei widerstreitende Interessen. Auf der einen Seite steht die Gemeinde, die sich ihre Natur nicht zerstören und verschandeln lassen will. Auf der andere Seite befinden sich die Mobilfunkbetreiber, die einen Versorgungsauftrag haben: Sie müssen die Funklöcher entlang der Bahnstrecken schließen. An der S 8 gibt es zwischen Hechendorf und Weßling noch zwei Lücken: die eine hinter dem Bahnhof Steinebach, wo die S-Bahn quasi in einem Graben fährt, die andere Richtung Weßling, wo es eine lange Strecke durch den Wald geht. Idealer Standort für einen Funkmasten wäre eine Fläche in Meiling, sagte Wilhelm Kielmann von der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) am Dienstagabend im Seefelder Gemeinderat. Die DFMG ist Partner der Deutschen Telekom. Die benötigte Fläche für einen 40 Meter hohe Gittermast beträgt zehn mal zehn Meter und würde für zunächst 15 Jahre angemietet. Der Mietzins beträgt laut Verwaltungsunterlage 2000 Euro pro Jahr. Ein Problem: Der ausgesuchte Standort in einem Fichtenwald liegt sowohl im Wasserschutz- als auch im Landschaftsschutzgebiet.

Petra Gum (FWG) hatte eine ganze Menge Fragen dazu. Wie die Erschließung und die Stromversorgung geplant sei, ob der Mast nicht zu nah am Flugplatz Oberpfaffenhofen stehe und ob die anderen Mobilfunkbetreiber auch andocken könnten. "Wir sind weit weg von der Einflugschneise" sagte Kielmann, und natürlich wäre der Mast für alle Netzbetreiber. Der Standort sei mit der Deutschen Bahn und dem Wasserwirtschaftsamt abgesprochen. Weil die Unterlagen für den Tagesordnungspunkt sehr spät kamen, schloss sich der Gemeinderat dem Vorschlag von Petra Gum (FWG) an, die Entscheidung zu vertagen.

© SZ vom 17.09.2020 / csn

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