Der Backshop passt perfekt in die Fassade des alten Bahnhofs in Seefeld-Hechendorf, den die neue Eigentümerin Isabel Thielen zur Freude der Gemeinde umfangreich renoviert hat. Von dem Projekt profitieren auch Bahnkunden, viele Pendler und Busfahrer, die die neue Bäckerei-Filiale Kasprowicz bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung aufsuchten. Die Resonanz sei sehr vielversprechend und es habe schon am ersten Tag einen großen Andrang gegeben, freut sich Thielen. Die Medizinerin, Juristin und Coachin dankt den Handwerker-Teams, Bürgermeister Klaus Kögel (CSU) und weiteren Projektbegleitern für die „tolle Unterstützung und Zusammenarbeit“ in den vergangenen Monaten beim Umbau und bei der Sanierung des 123 Jahren alten Bahnhofsgebäudes.
Thielen und ihr Ehemann Klaus Thielen-Eck hatten im Herbst 2025 die private Immobilie erworben. Dabei teilten sie dem Bürgermeister mit, das Bahnhofsprojekt nicht nur als isolierte Sanierung zu sehen, sondern auch dessen Bedeutung für Hechendorf zu erkennen. Die Gemeinde hat die Wiederbelebung des alten Bahnhofs zwar sehr begrüßt, aber auch bedauert, dass die neue Eigentümerin keine Gastronomie mehr anbieten wollte. „Das war zugleich der Impuls, über ganz neue Ideen nachzudenken“, sagte Thielen zur Einweihung des Gebäudes.

Und so habe sich die Vision entwickelt, einen Bäcker im Bahnhof zu haben und damit den Ort zu beleben, den Reisenden und Anwohnern eine Einkaufmöglichkeit zu bieten, erläutert Thielen. Diese schnelle Gelegenheit bietet sich nun auch für die Mitarbeiter von Büros und Praxen im Umfeld des Bahnhofs Seefeld-Hechendorf. Thielen wohnt in Inning und ist dort Stammkundin in der Bäckerei-Filiale Kasprowicz. Deren gleichnamigen Geschäftsführer bezeichnet die 55-Jährige als „Traumpartner für dieses Projekt“. Kasprowicz sei ein Familienbetrieb aus der Gegend und Julian als Chef ein „absoluter Profi seines Handwerks“. Sie sei sich sicher, dass die Seefelder und Hechendorfer den Backshop mit frischen Brezen, Broten, Baguettes und Kaffee-Ausschank lieben werden, sagt Thielen, die dafür auch eine Mitarbeiter-Wohnung im Bahnhof vermietet. Geöffnet hat die Filiale montags bis samstags von 6 bis 19 Uhr und sonntags von 8 bis 11 Uhr.
Noch nicht ganz fertig sind die innovative Gestaltung des historischen Wartesaals und die ärztliche Praxis im Nebentrakt. Der Saal ist für ein Fotoatelier, Coachings und Strategiemeetings konzipiert. Auch darauf freut sich das Ehepaar Thielen – und über seinen gelungenen Clou, dass nach fast zehn Jahren die große Uhr am alten Bahnhofsgebäude wieder die exakte Zeit anzeigt.

