bedeckt München

Seefeld:BRK-Helfer befürchtet Totalschaden

Seefeld Dirk Gransow

Wohl nicht mehr zu retten: Das Einsatzauto des ehrenamtlichen Helfers Dirk Gransow nach dem Unfall.

(Foto: BRK/oh)

Einsatzfahrzeug des Seefelder "First Responder" Dirk Gransow fällt nach Unfall aus

Er kam gerade von zwei lebensbedrohlichen Einsätzen in Frieding und Steinebach, dann erwischte es den ehrenamtlichen BRK-Helfer Dirk Gransow selbst. Ein 18-jähriger Fahranfänger verlor am vergangenen Montagabend in der Kurve am Schloss Seefeld die Kontrolle über sein Auto und krachte in das Einsatzfahrzeug, das der stellvertretende Seefelder Bereitschaftsleiter steuerte. Die Karambolage ging für Leib und Leben glimpflich aus. Sowohl der junge Unfallverursacher wie sein Beifahrer und der Rot-Kreuzler blieben unverletzt. "Allerdings ist unser ehrenamtliches Einsatzfahrzeug nun voraussichtlich ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das ist eine Katastrophe für uns", bilanziert Gransow den Schaden ein paar Tage später.

"Der Helfer vor Ort wird immer dann von der Rettungsleitstelle alarmiert, wenn der reguläre Rettungsdienst eine längere Anfahrtszeit hat und nicht sofort verfügbar ist", erläutert die Kreisbereitschaftsleitung, warum ein funktionierendes Fahrzeug wichtig ist. Denn lokal stationiert kann der "First Responder" die Wartezeit der Patienten zum Teil erheblich verkürzen. Der Dienst wird auch in Seefeld komplett aus Spenden finanziert. Ausschließlich Ehrenamtliche besetzen ihn und zwar ausschließlich in ihrer Freizeit. "In der Regel sind wir 24 Stunden sieben Tage die Woche für unsere Mitmenschen im Notfall zur Stelle - neben unserem ,normalen' Berufs- und Privatleben", betont Gransow. Für die Einsätze erstatteten Krankenkassen keinerlei Kosten. Der Ausfall des Einsatzfahrzeuges trifft die Helfer vor Ort hart.

Die Seefelder versorgen die Gemeinden Seefeld und Wörthsee und fahren auch zu Einsätzen in Frieding, Andechs und Erling. "Da wir nun voraussichtlich ein neues Fahrzeug beschaffen müssen, sind wir dringend auf die Unterstützung der Gemeinden sowie auf Spenden angewiesen", sagt Gransow. Er verweist auf die Einsatzzahlen: Allein dieses Jahr habe es schon mehr als 240 Einsätze gegeben, bei denen die Helfer im Durchschnitt zehn Minuten vor dem regulären Rettungsdienst am Einsatzort gewesen seien. Im Landkreis Starnberg gibt es Teams in Seefeld, Andechs, Wörthsee, Starnberg, Gauting, Gilching und Tutzing, die als "First Responder" in der Nähe ihres Wohnortes Dienst leisten - jeweils mit einem Einsatzfahrzeug mit moderner technischer und medizinischer Ausstattung. Nun benötige man in Seefeld "Hilfe, um weiter helfen zu können". Nähere Informationen unter www.brk-starnberg.de.

© SZ vom 23.11.2020 / manu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema