Unzählige Vorschläge hat es schon gegeben zur „Seeanbindung“ in Starnberg, um die Situation am Bahnhof-See zu verschönern. In den vergangenen Monaten sind zwei weitere hinzugekommen: Eine Idee des Vereins „Schöner zum See“ sowie Überlegungen des erst kürzlich gegründeten Seeanbindungsbeirats. Hier das Wichtigste beider Vorschläge in Kürze.
Seeanbindung 2.0
Der Verein „Schöner zum See“ schlägt vor, Bahndamm und Gleislage unangetastet zu lassen und lediglich die Höhenverhältnisse anzupassen. Die Unterführung für den Bahnsteigzugang soll auf die Ostseite des historischen Bahnhofgebäudes verlegt werden und durch Treppen und Rampenanlage barrierefrei sein. Hierfür müsste die Seepromenade verbreitert werden durch eine Seeaufschüttung – vermutlich der kritischste Aspekt dieses Vorschlags: Es würde einen Eingriff in das geschützte FFH-Gebiet Starnberger See erfordern.
Auf der Ostseite soll ein spiegelbildliches Pendant zum Bahnmeisterhaus entstehen mit Fahrradstation, Bäcker, Stehcafé und öffentlichen Toiletten. Der Bahnhof könnte kostengünstiger und schneller barrierefrei ausgebaut werden. Unabdingbare Voraussetzung ist, dass die Bahnanlagen ihren Bestandsschutz behalten. Dabei soll ausgeschlossen werden, dass das erforderliche Wendegleis einer lärmschutzfachlichen Bewertung unterzogen wird. Ansonsten müssten Lärmschutzwände errichtet werden. Eine Kostenberechnung für die „Seeanbindung 2.0“ existiert bislang ebenso wenig wie eine Machbarkeitsstudie.
Variante 6
Benötigt Starnberg zwei Bahnhöfe? Der Seeanbindungsbeirat meint „Nein“ und schlägt vor, die zwischen Stadt und Bahn bereits diskutierte Variante 6 erneut zu prüfen. Sie sieht vor, den Haltepunkt am See aufzugeben. Regionalzüge und S-Bahn würden allein am Bahnhof-Nord halten, Bahnfahrende kämen zu Fuß oder per Shuttlebus an den See (circa 1,2 Kilometer). Vorteile dieser Variante: Die City würde verkehrsentlastet, der städtebauliche Spielraum am See wäre größer, der Flächenbedarf für Bahnanlagen ohne Bahnsteige mit nur zwei Gleisen geringer. Ungeklärt ist jedoch, wo Wende- und Überholgleis gebaut werden könnten. Und was DB und Bayerische Eisenbahngesellschaft davon halten, ist ungewiss.

