bedeckt München
vgwortpixel

Schulneubau:Planen ohne Sicherheit

Fachleute tüfteln schon Details des neuen Gymnasiums Herrsching

Während die Gegner eines neuen Gymnasiums am Mühlfeld in Herrsching im zweiten Anlauf ein Bürgerbegehren vorantreiben, tüfteln Ingenieure schon an technischen Details wie Lüftung und Heizung oder der Bewässerung des Fußballplatzes. Landrat Karl Roth (CSU) nannte es daher im Kreisausschuss eine "Stresssituation, wenn man nicht weiß, ob das so kommt, wie wir das planen." Fachleute haben in dem Ausschuss den Stand der Dinge erläutert, ehe die Kreisräte einige Entscheidungen über den auf mittlerweile 66 Millionen Euro veranschlagten Neubau für bis zu 800 Schüler trafen.

Zum Beispiel soll das Rasensportfeld eine Beregnungsanlage erhalten. Auf Anregung von CSU-Kreisrat Helmut Wagner aus Hadorf soll das Landratsamt prüfen, ob es möglich ist, dafür Wasser aus dem Ammersee zu verwenden. Zu den Sportanlagen zählen auch Laufbahnen und ein Allwetterplatz. Eine Stützmauer könnte möglicherweise zum Bouldern verwendet werden. Direkt an der Mühlfeldstraße ist eine Dreifachturnhalle vorgesehen, neben der ebenerdig eine Einfahrt zur Tiefgarage führt.

Auf eine Photovoltaikanlage auf dem begrünten Schuldach, wie sie Bernd Pfitzner von den Grünen forderte, wollen die Kreisräte lieber verzichten, vor allem aus Rücksicht auf die Nachbarn, die an der Promenadenstraße oberhalb des künftigen Schulgeländes wohnen. Während FW-Kreisrat Bernhard Sontheim meinte, der Landkreis habe "andere Aufgaben, als irgendwelche Blickbeziehungen zum See sicherzustellen", warnte Architekt Tobias Pretscher davor, den Anliegern die Sicht mit Solarpaneelen zu verstellen. Geheizt wird das Gebäude nach der aktuellen Planung mit einer Wärmepumpe. Insgesamt hat der Architekt Pretscher an den Gebäudekomplex mit dem Arbeitstitel "Pavillon" den Anspruch, dass es ein "leichtes Gebäude wird, das nicht so schwer im Hang sitzt."

Zunächst haben aber wieder die Herrschinger das Wort. In einer Sondersitzung des Gemeinderats am Montag, 18. November, geht es um den für das Projekt notwendigen Bebauungsplan, und am Donnerstag, 12. Dezember, sei die Informationsveranstaltung zur Bürgerbeteiligung geplant, kündigte der Herrschinger Bürgermeister in der jüngsten Gemeinderatssitzung an.

Die Gegner des Schulstandorts am Mühlfeld haben in der vergangenen Woche 853 Unterschriften für ein zweites Bürgerbegehren im Rathaus übergeben. Sie wollen erreichen, dass das Gymnasium stattdessen auf einem Grundstück an der Seefelder Straße gebaut wird. Die Gemeinde Herrsching muss aber noch prüfen, ob die Initiatoren diesmal eine zulässige Fragestellung formuliert haben, nachdem ihnen das im ersten Anlauf nicht gelungen war.