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Schulen:Gymnasium abzugeben

Tutzing strebt Übernahme durch Landkreis an

"Wir müssen sagen: Landkreis, nimm das Gymnasium an!" In dieser Aussage von Toni Aigner (Freie Wähler) gipfelte am Dienstag eine leidenschaftliche Diskussion im Tutzinger Gemeinderat. Das Thema - komplette Abgabe der Schul-Trägerschaft - hatten überraschend während der Haushaltsdebatte mehrere Redner in den Fokus gerückt. Grund ist, dass im Haushalt zwar 150 000 Euro Planungskosten für das Gymnasium veranschlagt sind, aber nicht ein Euro für tatsächliche Sanierung. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) wähnt ein "Bermuda-Dreieck zwischen Gymnasium, Landkreis und Gemeinde", in dem alle Anstrengungen für bauliche Verbesserungen verschwinden. Mit der Sachaufwandsträgerschaft sieht er die 10 000-Einwohner-Gemeinde überfordert, auch wenn Tutzing gemäß einer Vereinbarung vom 1. Januar 2016 nur noch zehn Prozent der Kosten stemmen muss. Aber mit dem "bürokratischen Monster" sei die Gemeindeverwaltung überfordert. Bei einer Übergabe der Schule solle aber eine Verlagerung nur mit Einverständnis Tutzings möglich sein und das Grundstück im Besitz der Gemeinde bleiben. Georg Schuster (ÖDP) monierte, dass Tutzing vom Landratsamt "immer wieder vor den Kopf gestoßen werde bei Zahlungen" für das Gymnasium. Bürgermeisterin Marlene Greinwald betonte, man könne keine Einzelsanierungen wie den bröckelnden Balkon erledigen, weil die Behörde erst ein "Gesamtnutzungskonzept" wolle. Auf SZ-Nachfrage sagte Greinwald, sie habe vom Gemeinderat den Auftrag, in Kürze "Sondierungsgespräche" mit dem Landratsamt und den fünf anderen Trägern weiterführender Schulen im Landkreis für eine neue Lösung zu führen.