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Schondorf:Berge und Zwerge

Der in Schondorf aufgewachsene Kameramann Kaspar Kaven und Regisseur Matthias Lang haben mit dem märchenhaften Film "König Laurin" bereits zwei Filmpreise gewonnen

Dokumentarfilme über zwei Köche auf Asienreise und über konstruktivistische Architektur in Moskau, eine Komödie über eine arbeitslose Schauspielerin und emotionale Fußball-Werbespots - als Kameramann hat Kaspar Kaven schon die unterschiedlichsten Filme in Szene gesetzt. Sein neuestes Projekt: "König Laurin", der Debütfilm seines langjährigen Freundes, des Regisseurs Matthias Lang. Kaven erzählt, er habe sich schon lange auf den Dreh gefreut, denn der "märchenhafte Familienfilm, bei dem auch die Eltern auf ihre Kosten kommen" spielt im Südtiroler Gebirge. Was eine besondere Herausforderung für einen Kameramann ist.

Einen Bezug zu den Bergen und zur Natur hatte der heute 34-Jährige schon immer: Seine Jugend verbrachte er am Ammersee, wo er zwar gern ins Kino in Seefeld oder Stegen ging, am liebsten aber sämtliche Brettsportarten ausübte. "Nach dem Abitur war es mein Traum, Surf- und Snowboard-Filme zu machen", erinnert er sich. Also machte er in Berlin ein erstes Praktikum im Filmgeschäft, kam aber bald zurück nach München, an die Bayerische Akademie für Fernsehen. Während dieser Zeit entdeckte er sein Interesse für andere Filmgenres und zeigte seinen allerersten Kurzfilm beim Dießener Kurzfilmfestival. An der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) studierte er von 2006 an "Dokumentarfilm mit Schwerpunkt Kamera", wobei auch die besagten Dokus entstanden.

Kameramann hat Kaspar Kaven schon die unterschiedlichsten Filme in Szene gesetzt.

(Foto: Daniel Sommer)

Es habe ihn immer gereizt, "Geschichten zu filmen, die das Leben so schreibt", sagt Kaven, der dadurch auch viel herumgekommen ist: "Man wird von Regisseuren oder Produzenten für Filme angefragt, mit deren Thematik man sich vorher vielleicht nie beschäftigt hat und in die man beim Filmen richtig eintauchen kann."

Inzwischen hat Kaven viele Aufträge aus der Werbebranche, er drehte in den vergangenen Jahren mit anderen HFF-Studenten aber auch vier Spielfilme. Darunter eine Verfilmung eines erfolgreichen Märchen-Bilderbuches, die an Weihnachten in der ARD ausgestrahlt wurde. Auch mit dem Regiestudenten Lang realisierte er etliche Filme und wusste schon lange von dessen Idee, die in Südtirol berühmte Sage "König Laurin und sein Rosengarten" zu verfilmen. "Als ich sein Drehbuch zum ersten Mal las, war ich sofort begeistert: Kein klassisches Beziehungsdrama, kein Arthouse-Film, sondern Zwerge, Berge und Burgen!", sagt Kaven.

Da der Film mit geringem Budget an den Original-Locations gedreht werden sollte, war die Produktion ein organisatorischer Großaufwand: das Equipment transportieren, mit Tieren und Kindern drehen, das Wetter in den Bergen - alles unberechenbar. Doch auch Produzent Felix von Poser glaubte an das Projekt, fand Sponsoren - und nach acht Wochen Dreh war der Film im Kasten. "Man spürt, dass er nicht im Studio gedreht wurde", sagt Kaven stolz. Die Geschichte vom Thronfolger Theo und seiner Freundschaft zum Zwergenkönig Laurin kommt auch bei den Kindern an: Obwohl er offiziell erst im Herbst in die Kinos kommt, wurde der Film schon mit dem Kinder-Medien-Preis des Münchner Filmfests 2016 sowie dem Goldenen Spatz in Erfurt ausgezeichnet. Nun wird er beim Fünfseen-Festival gezeigt. "Ich mag die nette Atmosphäre in dem kleinen Seefelder Kino", sagt Kaven, der immer gerne zum Ammersee zurückkommt - wenn er mal nicht bei einem Dreh ist.

Mit kleinem Budget nach Südtirol: Szene von den Dreharbeiten zu "König Laurin".

(Foto: Ivan Poletti, oh)

"König Laurin" läuft am Freitag, 15.45 Uhr, im Kino Starnberg, und am Samstag, 15.30 Uhr, im Breitwand Seefeld.