Schneechaos B2 bei Tutzing bis Dienstag gesperrt - Gefahr wegen umstürzender Bäume

Die Polizei sperrt die Bundesstraße zwischen Traubing und Pähl, weil Äste unter dem Schnee abzubrechen drohen. Nun werden 70 Fichten gefällt.

Von Christian Deussing und Armin Greune

Wegen der akuten Gefahr, dass Äste oder Bäume unter der schweren Schneelast knicken und auf die Fahrbahn stürzen, ist am Montag gegen 16 Uhr die Bundesstraße 2 zwischen Traubing und Pähl komplett für den Verkehr gesperrt worden. Die Regelung gilt voraussichtlich bis Dienstag, 16 Uhr, teilte die Starnberger Polizei mit. Autofahrer müssen die Umleitung über Machtlfing, Andechs, Fischen und Pähl nehmen. Die Sperrung hat das Staatliche Bauamt Weilheim aus Sicherheitsgründen angeordnet.

Am Dienstag sollen 70 Fichten gefällt werden, die wegen der Schneelast bereits schräg stehen und eine Gefahr für den Verkehr darstellen.

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Wenn es stürmt oder nasser, schwerer Schnee auf den Ästen liegt, krachen immer wieder Bäume auch auf Gleise oder in Oberleitungen. Besonders gefährdet ist die Bahnstrecke zwischen Gauting und Starnberg durch die Wälder des Mühltals, wo am Sonntag ein umgestürzter Baum die S-Bahn für sechs Stunden lahmlegte. Die Bahn hat bereits am Montag unter anderem Bäume an den Gleisen nördlich des ehemaligen S-Bahnhofs Mühlthal zurückgeschnitten. Wegen des starken Schneefalls beobachtet der Konzern auch den bewaldeten Streckenabschnitt der S 6 zwischen Starnberg und Tutzing.

Auch am Montag kam es auf den Straßen im Fünfseenland zu Unfällen bei Schneeglätte: So prallte gegen sieben Uhr ein Tutzinger mit seinem Wagen in das Heck eines 28-jährigen Fahrers, der in Richtung Aschering ins Rutschen geraten war. Laut Polizei entstand an beiden Fahrzeugen Totalschaden, der 28-Jährige aus Wessobrunn wurde beim Unfall leicht verletzt. Zudem krachte es bereits gegen fünf Uhr morgens auf der Lindauer Autobahn A 96 bei Inning: Ein 66-Jähriger war mit seinem Pkw und drei Insassen auf der Fahrt in Richtung München ins Schleudern geraten, laut Polizei fuhr ein 59-Jähriger auf. Bei der Kollision wurden drei Menschen verletzt, der Schaden beträgt 20 000 Euro.

Später am Vormittag wurde der Verkehr im selben Bereich der A 96 in Münchner Richtung behindert, weil die Höhenkontrollen vor den Tunnels Eching und Etterschlag insgesamt viermal durch aufgetürmten Schnee auf Lastwagen ausgelöst wurden. Der Schnee hätte vor der Fahrt beseitigt werden müssen, daher waren 188 Euro Bußgeld zu zahlen, berichtet die Autobahnpolizei.

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In den Wäldern des Staatsforstbetriebs München - die unter anderem die Reviere Gauting, Erling, Baierbrunn und Maxhof umfassen - halten sich die Schäden bislang in Grenzen, sagt Betriebsleiter Wilhelm Seerieder: "Es hat nur Einzelbrüche gegeben, vorerst können wir Entwarnung geben." Wenn nicht noch mehr Bruchholz anfällt, könne man die Schäden im Zuge der üblichen Arbeiten im März angehen. Ließe man dann die Stämme bis Ende April im Wald liegen, könnte beim Abtransport auch ein Teil der Borkenkäferpopulation beseitigt werden, sagt Seerieder.

Sollten weitere Schneefälle in den nächsten Tagen die Last auf die Baumkronen verstärken, könne die Situation rasch kritisch werden. Besonders bruchgefährdet seien etwa 25- bis 35-jährige Nadelbäume. Aber auch in den Eichenkronen, die im Winter kaum Laub abwerfen, lagere sich viel Schnee ab: "Zum Glück sind die Eichenbestände, die wir nach den Orkanen Vivian und Wiebke 1990 gepflanzt haben, eher lückig aufgewachsen und haben deswegen recht stabile Stämme ausgebildet", sagt Seerieder. Er hofft, dass bald Wind einsetzt, der den Schnee von den Bäumen fegt.

Revierförster Luitpold Schneider, der von Andechs aus Privat- und Genossenschaftswälder im südlichen Landkreis Starnberg unter seiner Obhut hat, sind am Montag zunächst entlang der B 2 im Kerschlacher Forst Schneebrüche aufgefallen. Dort sind vor allem Äste und Stämme einiger älterer Fichten unter der Schneelast zerborsten. "In manche Bereiche der Wälder bin ich noch gar nicht vorgedrungen, viele Wege sind wegen des Neuschnees nicht befahrbar", sagt Schneider.