Rettungsplan:Parkverbot vorm Kreisklinikum

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Starnbergs Feuerwehr ist der Anfahrtsweg zu eng

Beengt ist zuweilen die Verkehrssituation in der Starnberger Oßwaldstraße: Unzählige Besucher und Patienten parken in Spitzenzeiten ihre Fahrzeuge am Fahrbahnrand vor dem Kreisklinikum, hinzu kommen Eltern, die ihren Nachwuchs in einer Kindertagesstätte betreuen lassen und ihre Autos hier ebenfalls kurzzeitig abstellen. Für Busfahrer ist die Oßwaldstraße aufgrund der Enge eine echte Herausforderung, bei der es im Gegenverkehr oft genug auf wenige Zentimeter ankommt. Und manchmal sind sogar die Wege für Rettungsfahrzeuge zugeparkt. Der Feuerwehr ist der aktuelle Zustand schon lange ein Dorn im Auge: Sollte es in einem Gebäudeteil des Klinikums tatsächlich einmal brennen, wäre ein geordneter und sicherer Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten nur durch eine Vollsperrung der Oßwaldstraße möglich, argumentiert Markus Grasl, federführender Kommandant der Starnberger Feuerwehr. Um eine vollständige Blockade im Einsatzfall zu verhindern, entfallen künftig 32 der insgesamt 65 Stellplätze entlang der Straße.

Die Entscheidung des Mobilitätsausschusses des Stadtrats am Donnerstag fiel angesichts der geschilderten Sachlage einstimmig: Im Bereich zwischen Hanfelder Straße und Am Sonnenhof, aber auch im weiteren Verlauf der Oßwaldstraße gilt demnächst ein absolutes Halteverbot, "um die Flächen für die Feuerwehr nach den rechtlichen Vorgaben zu gewährleisten", heißt es in der Beschlussvorlage. Allerdings soll die Verwaltung auch prüfen, ob es für die Kita nicht eine Hol- und Bringzone geben und eventuell Stellplätze im südlichen Bereich der Oßwaldstraße umgeplant werden könnten.

Die ohnehin angespannte Parkplatzsituation rund ums Krankenhaus wird dadurch nicht einfacher. Zwar entstanden am Ende der Oßwaldstraße im Bereich der Zeppelinpromenade weiträumige, aber kostenpflichtige Abstellflächen für Mitarbeiter und Besucher. Doch ein Neubau des maroden und teilgesperrten Parkhauses, der schon seit 2017 in der Diskussion ist, wurde vorerst zurückgestellt. Zudem moniert Grasl, dass die Klinikleitung seit 2018 keinen Einsatzplan vorgelegt habe - ein grundsätzliches Problem für den Feuerwehrkommandanten. "Für den Rettungsweg muss eine gesicherte Durchfahrt möglich sein", forderte Grasl in der "verzwickten Situation". Im Alarmfall müssten zwei Löschzüge, eventuell weitere Fahrzeuge, ausrücken. Die Oßwaldstraße aber wäre dann in der aktuellen Situation gesperrt, auch für Rettungswagen gäbe es kein Durchkommen. Überdies sei die Brandmeldeanlage des Krankenhauses veraltet: Wenn es Alarm gibt, ist der Feuerwehr zunächst unklar, wo im Haus die Anlage ausgelöst wurde.

Die Klinikleitung äußerte sich am Freitag auf Anfrage zur Kritik der Feuerwehr, ließ aber entscheidende Fragen offen. Die Pressestelle verwies auf eine turnusmäßige Aktualisierung des Handbuchs "Betriebliche Katastrophenschutzorganisation", der Feuerwehrplan sei an die baulichen Strukturen an der Klinik bereits angepasst. Fahrtstrecken für Einsatzfahrzeuge rund ums Gebäude seien ausgesteckt, dazu zähle auch die Feuerwehranfahrtszone vor der "Residence". Vom Landratsamt gab es am Freitag keine Stellungnahme zum Thema.

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