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Renovierung:Farbe zum Geburtstag

Weßlinger Rathaus erhält einen neuen Anstrich und einen Zaun

Zu seinem 30. Geburtstag bekommt das Weßlinger Rathaus einen neuen Anstrich. Derzeit ist die denkmalgeschützte Villa, die 1924 von Eduard Thom errichtet wurde, mit Planen verhängt und eingerüstet. Rund 46 000 Euro hat der Gemeinderat für die Malerarbeiten eingeplant. Eine Firma aus Berg hat den Zuschlag bekommen. Außerdem soll der Maschendrahtzaun, der den Parkplatz von der Wiese vor der Villa abgrenzt, durch einen schmiedeeisernen Zaun ersetzt werden. Es existiert noch ein Original-Tor mit geschmiedeten Eisenstäben, deren Abschluss ein zierliches Ornament ist. Dieses Tor soll nun als Zaun fortgesetzt werden. Ein Schmied wurde bereits beauftragt und wird den Zaun im November installieren. Damit dieser im Winter nicht von den Schneeräumfahrzeugen beschädigt wird, soll vor den Stäben ein Absatz aus Granit gelegt werden. Insgesamt wird der neue Zaun rund 13 000 Euro kosten und dem Rathaus wieder ein stimmiges Bild verleihen, hieß es.

Das Gebäude im neoklassizistischem Stil wird in der Denkmalliste als "zweigeschossiger Walmdachbau mit schräg gestellten, von Dreiecksgiebeln bekrönten Eck-Erkern" beschrieben. Am Ort ist das Gebäude an der Gautinger Straße auch als "Villa Pachtner" bekannt. Die Familie Pachtner bewohnte das Hau von 1935 bis nach dem Krieg. Bis die Gemeinde das Gebäude in den 80-er Jahren erwarb, gab es wechselnde Nutzungen. Mal diente es als Lazarett für die Amerikaner, dann wieder als Party-Location, als Bürogebäude oder als Wohngemeinschaft für Intellektuelle und Künstler. Nach dem Umbau, Erweiterung, Sanierung und dem Neubau, in dem sich der Sitzungssaal befindet, wurde das Rathaus im Oktober 1988 eröffnet.

Ältere Weßlinger erinnern sich noch gut an die Querelen, die vorangegangen waren. Denn eigentlich wollte der Gemeinderat anlässlich des Zusammenschlusses der beiden Gemeinden Weßling und Oberpfaffenhofen das Rathaus mit Mehrzweckhalle und einem Schulzentrum im Stocket errichten lassen. 1975 beschloss das Ratsgremium dieses Projekt. Die zentrale Schule wurde drei Jahre später von der Regierung aus den Plänen gestrichen. Für das Gemeindezentrum im Stocket war ein Sieger für den Architektenwettbewerb gefunden worden. Eigentlich sollte 1980 Baubeginn sein. Doch es kam ganz anders: Das Bayerische Verwaltungsgericht untersagte 1985 die Herausnahme des benötigten Grundstücks aus dem Landschaftsschutz. Das geplante Gemeindezentrum mit Schule, Turnhalle und Rathaus war damit hinfällig.