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Regionales Label:Von Partymachern zu Modeschöpfern

Die "Drunken Sailors"-DJs Simon Mössnang und Sebastian Listl organisieren große Feten etwa auf Steg 1 im Paradies. Jetzt entwerfen sie auch Klamotten.

Das 2015 gegründete DJ-Kollektiv "Drunken Sailors" ist bekannt geworden durch die großen Feten am Steg 1 im Badegelände Paradies bei Possenhofen, oder anderswo am Starnberger See wie im "Saustall" in Bernried. Doch nun orientieren sich die jungen Leute um. Statt sich nur um heiße Musik zu kümmern und Events zu veranstalten, machen sie - salopp gesagt - künftig in Sachen Mode.

"Wir haben ja schon 2016 angefangen, Mützen und Käppis mit unserem Logo anzubieten", erklärt Simon Mössnang, der zu den Gründern gehört. Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre sind den "Drunken Sailors" - den betrunkenen Seeleuten - aber etliche DJs abhanden gekommen, "durch Studium oder Beruf", wie Mössnang erklärt. Nun besteht die Kernmannschaft aus ihm und Sebastian "Baschi" Listl, mit dem Mössnang von Kindesbeinen an befreundet ist.

2016 stellten die Sailors sechs große Feten auf die Beine, in diesem Jahr waren es eine große und drei kleinere. Dazu kommt eine private Bootsparty auf dem Starnberger See, bei der bis zu 25 Boote, aber auch schwimmende Flamingos und andere Gefährte, am Partyboot angedockt hatten. "Von dieser Bootsparty gibt es ein Video, das auf Facebook 25 000 Klicks bekommen hat", sagt Mössnang, und es klingt ein bisschen stolz. Partystimmung bei bestem Wetter auf dem See ist auf dem Video zu sehen. Die Bootsparty soll heuer unbedingt wiederholt werden, ebenso wie eine Fete zur Saisoneröffnung im kommenden Frühjahr.

Bis es soweit ist, wollen sich Listl und Mössnang intensiv um die "Umstrukturierung" der Sailors kümmern, wie sie sagen. Sie haben neben den Caps und Beanies nun auch T-Shirts und Pullis im Programm, nicht nur mit dem bekannten Logo - ein bärtiger Seemann mit Pfeife, umrahmt von einem Steuerrad -, als neue Motive gibt es die Seejungfrau und den Seebären. Verkauft werden die Klamotten, die zwischen 25 und 55 Euro kosten, vom 2. Dezember an über die Homepage (www.drunken-sailors.com) oder im Modegeschäft "Tutti Frutti" in Tutzing.

"Wir wollen eine eigene Marke aufbauen", erklärt Mössnang, der als Projektkoordinator in München arbeitet. Listl ist Unternehmensberater in München. Beide sind 24 Jahre alt und streben berufsbegleitend den Master an. Und sie haben die Selbständigkeit ihrer Eltern miterlebt, Listl etwa im elterlichen Malerbetrieb in Tutzing. Das hat wohl abgefärbt.

Für die Zukunft setzten Mössnang und Listl verstärkt auf die Kooperation mit regionalen Partnern. Zum Beispiel mit "Unser Dorfbräu" aus Seeshaupt. Saskia Gittner, eine Grafikerin aus Tutzing, ist für das Design zuständig, Alexander Hiebl kümmert sich um digitale Medien, und die Klamotten liefert Hannes Günther, der in Seeshaupt einen Textilvertrieb führt. "Wir wollen uns bei Events gegenseitig unterstützen", erklärt Listl. 2018 wollen sich die Sailors aber auch um den Ausbau ihrer "Modekollektion" kümmern, mit Non-Profit-Events den Markennamen Drunken Sailors bekannter machen, und ein eigenes großes Open Air organisieren. Aber auch Events am Steg 1 sind bereits in der Planung.