Regatta Wettkämpfe in eisigem Wind

Die Rennen der Bundesliga am Wochenende sind Highlight und Abschluss der ersten Starnberger Segeltage. Von der MS Berg aus können Zuschauer die Regatten mitverfolgen

Von Martina Grießbacher, Starnberg

Nur wenige Zuschauer tummeln sich am Freitagmittag auf dem Gelände des Münchner Yacht-Clubs in Starnberg. Ausgerüstet mit dicken Jacken und Ferngläsern sind sie trotz eisigen Windes und immer wieder einsetzender Regenschauer gekommen, um den Start der Segel-Bundesliga live mitzuverfolgen. Die Starnberger Segeltage haben damit ihren Höhepunkt erreicht: Seit Freitag bis zum Sonntag treten 18 Mannschaften mit insgesamt 144 Sportlern aus der ersten und zweiten Bundesliga in 45 Regatten an. Das ist der Start der diesjährigen Saison, und der Kampf um den Titel "Deutscher Meister der Segelvereine" ist eröffnet.

"Die Bundesliga zu uns an den Starnberger See zu holen, das war mein Anliegen", erzählt Micki Liebl, Initiator der ersten Starnberger Segeltage, über den mehrtägigen Event. Etwa 100 ehrenamtliche Helfer packen schon die gesamte Woche über mit an, damit alles reibungslos über die Bühne geht. "Die Veranstaltung ist top organisiert und der Wind passt", resümiert Julius Neszvecsko, der für den Münchner Yacht-Club startet, nach seinem ersten Einsatz. "Natürlich ist man nervöser, wenn der ganze Club zuschaut, aber das ist auch eine wahnsinnige Unterstützung", sagt er über sein Heimspiel. Die Kollegen vom Württembergischen Yacht-Club stimmen zu: "Die Bedingungen sind schwierig, da der Wind oft dreht, aber es ist trotzdem wunderschön und ein toller Saisonauftakt", meint Yannick Hafner.

Die Wettkampfsaison de Segler auf dem Starnberger See ist eröffnet. Zum Auftakt war das Wetter noch freundlich.

(Foto: Arlet Ulfers)

Das ist natürlich nicht das einzige, was in diesen Tagen im Münchner YC über die Bühne geht. Schon am Montag und Dienstag herrschte reges Treiben auf dem Gelände, als etwa 150 Grund- und Fachoberschüler in Schnupperkursen die Basics des Segelsports erlernten. Am Montagabend wurde auch das neue Bootshaus auf dem Clubgelände seiner Bestimmung übergeben. Am Mittwoch fand bei strahlendem Sonnenschein das Ansegeln der Starnberger Segelvereine statt, bei dem in diesem Jahr auch Menschen mit Behinderung und Menschen, die von gemeinnützigen Einrichtungen betreut werden, die Möglichkeit hatten, die Faszination des Segelns zu erleben. Nach dem "Tag der Sponsoren und Unterstützer" am Donnerstag folgt am Wochenende mit den Bundesliga-Rennen nun der krönende Abschluss.

Nicht nur für die Profi-Segler, sondern auch den Fans wird an diesem Wochenende einiges geboten: Von der Terrasse des Clubs und der "Fantastic-View-Bar" am Balkon des neuen Bootshauses hat man einen idealen Blick auf das Geschehen am Wasser. Ein Sprecher kommentiert die Rennen, sodass den Zuschauern auch aus der Entfernung nichts entgeht. Die Wettbewerbe können aber auch an Bord der MS Berg der Bayrischen Seeschifffahrt mitverfolgt werden, die für das gesamte Wochenende gechartert wurde. Dort moderiert der Segelbuch-Autor Uli Finckh die Wettkämpfe. Auch Kurzentschlossene haben noch die Möglichkeit, nah am Renngeschehen mit dabei zu sein; einige Resttickets für Fahrten auf dem Ausflugsdampfer sind vor Ort an der Anlegestelle am Starnberger Bahnhof erhältlich. Am Samstagabend lädt der Münchner YC zur Segel-Party auf dem Clubgelände. Einlass ist von 16 Uhr an; die Feier selbst startet gegen 21 Uhr.

Beim Charity-Ansegeln geht auch der Inklusionsbeauftragte Christian Löhr an Bord.

(Foto: Arlet Ulfers)

"Das schlechte Wetter hat aber auch etwas Gutes, denn dadurch haben wir mehr Wind und somit sind die Rennen viel spannender", meint Liebl zu den widrigen Wetterverhältnissen. Mit einer Regenjacke im Gepäck oder im Trockenen auf der MS Berg - einem interessanten Rennwochenende steht nichts mehr im Weg.